Für den Historiker Hubertus Knabe sind Mitglieder der Linken nichts weiter als Honeckers Erben. Vor handverlesenem Publikum hat er damit Erfolg. Über den Auftritt eines Missionars.
Es geht mal wieder um die Wahrheit. Die ganze, vollständige Wahrheit. Diesmal um die Wahrheit über die Parte Die Linke. Ort des Geschehens: die Landesvertretung von Thüringen in Berlin, ein schmuckloser Raum im ersten Stock.
Bild vergrößern
Für Hubertus Knabe ein "Kumpan" Erich Honeckers: Der ehemalige SPD- und heutige Linkenchef Oskar Lafontaine, hier mit Gregor Gysi (© Foto: Reuters)
Anzeige
Die rot-weiße Landesfahne hängt hinter dem Tisch, an dem gleich die Protagonisten des Abends Platz nehmen werden: Der MDR-Journalist Helmuth Frauendorfer als Laudator und sein Gesprächspartner und Buchautor Hubertus Knabe.
Knabe, Direktor der Stasi-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen, hat pünktlich zum aufkeimenden Bundestagswahlkampf ein neues Buch auf den Markt geworfen: "Honeckers Erben" heißt es. Der programmatische Untertitel: "Die Wahrheit über Die Linke."
Mit Menschen, die von sich behaupten, die Wahrheit zu kennen, sollte grundsätzlich vorsichtig umgegangen werden. Das gilt auch für Hubertus Knabe. Knabe arbeitet sich seit Jahren am DDR-Regime ab, an den Verbrechen der SED-Diktatur.
Manche werfen im missionarischen Eifer vor. Wer diesen Abend mit Knabe erlebt hat, kommt nicht umhin, seinen Kritikern recht zu geben.
Elementar Neues hat Knabe in seinem Buch nicht vorzuweisen. Die Geschichte der Metamorphose von der SED über die PDS zur heutigen Linken ist bekannt, auch dass führende Vertreter der heutigen Linken schon in die SED eingetreten sind, als noch Walter Ulbricht etwas zu sagen hatte.
Viele Stasi-Kontakte von Spitzengenossen sind belegt. Mehr oder weniger aufgearbeitet ist auch das zwielichtige Finanzgebaren der Partei nach der Wende. Es hat Prozesse gegeben, manche hat die Partei verloren, manche gewonnen.
Die Anekdote von der Aktenvernichtungsmaschine
Kaum etwas in dem Buch, was in den vergangenen 20 Jahren seit der Wende nicht schon irgendwann irgendwo aufgeschrieben worden wäre.
Na, vielleicht diese Anekdote, die Knabe erzählt, wenn er auf den fehlenden News-Wert seines Wahrheit-Buches angesprochen wird: Nach der Wende habe ein PDS-Mitarbeiter offenbar die größte in Europa verfügbare Aktenvernichtungsmaschine inklusive 3000 Abfallsäcken bei einer süddeutschen Firma bestellt und auf der Cebit in Hannover bar bezahlt.
Knabe hat eine Mission. Er will das Vergessen verhindern. MDR-Journalist Frauendorfer, ein 1987 aus Rumänien nach Deutschland emigrierter Dissident, fragt ihn, warum so wenig aus der Geschichte gelernt werde. Knabe: "Wenn man das glaubt, dann könnte ich zu Hause bleiben."
Das Buch ist eine 448-seitige Erinnerungsschrift an das gesamte Unrecht, dass aus Knabes Sicht der Linken und ihrer Vielzahl von Vorgängerorganisationen bis zurück in die Weimarer Zeit angelastet werden müsse.
Nicht auf die Fakten allein verlassen
Knabe verlässt sich dabei nicht gerne auf die Fakten allein, die er in der Tat akribisch zusammengetragen hat. Er vereinnahmt für sich auch die Deutungshoheit darüber.
Beispiel WASG: André Brie, einer der Vordenker der Linken, hat schon früh die Strategie ersonnen, neben der PDS im Osten eine Art PDS plus im Westen zu etablieren. Zudem standen einige der Initiatoren der späteren WASG der Linkspartei nahe.
Daraus schließt Knabe, dass die Gründung der WASG und der spätere Zusammenschluss mit der Linkspartei.PDS zur Partei Die Linke von langer Hand geplant gewesen sein müsse.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, inwiefern Hubertus Knabe Verständnis für die früheren DDR-Blockparteien hat - und wie er den Boden der Wissenschaft verlässt.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Interview mit Bernd Runge "Was war wirklich schuldhaft?" 06.02.2009
- DDR: Grenzbahnhof zerstört Goodbye, Probstzella 12.03.2009
- SPD-Chef Müntefering will Verhältnis zur Linken entkrampfen 11.03.2009
- Extra-3-Clip Die DDR ist überall 19.02.2009
- Architekt entdeckt DDR-Wohnung Deutsche Demokratische Reste 26.01.2009
Nach Massaker in Haula
bundesboy schrieb am 19. 3.: Wahrscheinlich wird Knabe noch dringend benötigt und wenn erst der heisse Wahlkampf angebrochen ist, dann wird sicher auch so manch ein Journalist im Stress den Überblick verlieren und das von Knabe gesammelte Wissen 1:1 in seine Artikel einarbeiten. Einigen ist das jedenfalls zuzutrauen.
LEIDER HAT DAS DANN DER BUNDESPRÄSIDENT GETAN DER VON LEICHENSÄCKEN UND ANDEREN SCHECKLICHEN HORRORUTENSILIEN SPRACH UND DIES VON EINEM ANDREN KNABEN ABSCHRIEB.
Knabe lieferte schon regelmäßig mit Schaum vorm Mund im TV den so Einseitigen, dass er einfach nicht ernst genommen werden kann. Historisch determinierte Beleuchtung der Hintergründe bzw. die Frage nach der Ursache oder der durchaus zulässige Vergleich mit der Gegenwart und Historie der schwarzen, rötlichen, grünlichen oder gelben Gegenspieler und Kollaborateuren unterbleiben. Wenn er gegen Tillich geifert fragt er, ob WIR keine anderen Leute haben. Habt Ihr! Die braunen Gründer von Bundeswehr, BND und Parteien oder des Meinungsforschungsinstitutes Allensbach oder die die in Guantanamo als deutsche Beamte deutsche Staatsbürger "vernommen" haben oder widerrechtlich Jugoslawien bombardierten. Er täte gut daran immer den historischen Kontext zu betrachten. Das wäre wirklich wissenschaftliche Historiker- wie Kärrnerarbeit. Für mich ist er nicht nur unglaubwürdig, sondern einer der Altbackenes so pünktlich aufwärmt wie Birthler immer wieder die Schiessbefehle neu entdeckt. Wes Brot ich ess des Lied ich sing. Die Linke sollte sich bei Knabe bedanken. Übrigens: Die Gedenkstätte hat leere Kassen. Was zahlt Knabe denn an seinen Arbeitgeber (dessen Quellen er nutzt) von seinen Einkünften - so er denn welche hat?
Bitte beachten Sie unsere netiquette und unsere AGB
Honeckers Erben sind arme Schweine. Kein werthaltiger Nachlass, wie Schlösser und Schliessfächer. Eine Hütte in Wandlitz, die jeder bundesdeutsche Landrat zum Obdachlosenheim umfunktioniert hätte. Der eigentliche Erbe Honeckers ist Hubertus. Er lebt von seinen in kurzen Abständen zusammengeschusterten Moritaten. Frei von Geschichte und frei von Wissenschaft. Der Mann hat noch nicht einmal durchgeholt, dass die beiden deutschen Staaten gleichzeitig und gleichberechtigt in die UN aufgenommen wurden. Stattdessen wiederholt er permanent seine Versuche, die DDR mit der Hitlerdiktatur zu vergleichen. Weiss er überhaupt wieviel Millionen Tote der deutsche Faschismus mit dem 2. Weltkrieg und dem Holocaust hinterlassen hat? Als "Gauckler" und "Birthler" verdrängt er es mit Moritaten zum Wahlkampf.
"Wahrheit"kann man biegen wie man will,ich kenne noch Herrn Löwenthal und Herrn Karl Eduard von Schnitzler,beide sagten aus ihrer Warte gesehen die "Wahrheit" aber sie waren beide keine Nestbeschmutzer,wie Herr Knabe.
Bis zur Bundestagswahl wird über die Linken gelogen bis sich die Balken biegen.
Paging