Hilfe für Frankreichs Einsatz in Mali Obama entsendet US-Soldaten nach Niger

Die Entsendung dient nach Worten von US-Präsident Obama der Aufklärung und dem Informationsaustausch: Etwa 100 Militärangehörige hat die US-Regierung nach Niger geschickt, um Frankreich bei seinem Einsatz im Nachbarland Mali zu unterstützen.

Von Caroline Ischinger

US-Präsident Barack Obama hat Soldaten ins westafrikanische Niger geschickt, um Frankreichs Militärintervention gegen die Islamisten im Nachbarland Mali zu unterstützen. Obama erklärte am Freitag in einem Brief an den Kongress, die Entsendung diene der Aufklärung und werde es erleichtern, Informationen mit der französischen Armee und anderen Partnern in der Region auszutauschen.

Bereits am Mittwoch seien etwa 40 Armeeangehörige mit Erlaubnis der nigrischen Regierung in dem Land angekommen, insgesamt seien in Niger nun "ungefähr 100" Mann stationiert. Sie seien bewaffnet, um sich selbst zu verteidigen, heißt es in Obamas Brief.

Die Washington Post berichtete unter Berufung auf Verteidigungskreise, dass die Soldaten dort eine Drohnenbasis aufbauen sollen, um Al-Qaida-Kämpfer und deren Verbündete in der Sahara ausfindig zu machen. Die ersten Drohnen-Flüge sollen demnach unmittelbar bevorstehen.

Im Januar hatten die USA ein strategisches Militärabkommen mit Niger geschlossen. Dank dieser "sehr wichtigen Vereinbarung", sagte damals Pentagon-Sprecher George Little, könnten die USA nun in dem Land eine Präsenz aufbauen. Amerikanische Kampftruppen in Mali haben Regierungsmitarbeiter stets ausgeschlossen.

Schwere Gefechte in Gao

Die Islamisten im Norden Malis verschärften indes ihren Guerillakampf. In der früheren Rebellenhochburg Gao lieferten sich die malische Armee und Dschihadisten am Donnerstag schwere Gefechte. Die Islamisten hatten das Rathaus und die Residenz des Gouverneurs belagert und konnten von den malischen Soldaten - mit Unterstützung nigrischer und französischer Truppen - erst nach stundenlangen Kämpfen vertrieben werden. Dabei wurden mindestens 15 Islamisten getötet.

Gao war am 26. Januar von französischen und malischen Truppen zurückerobert worden. Bereits Anfang Februar war es Islamisten kurzzeitig gelungen, wieder in die Stadt Gao einzudringen; erstmals hatten sich dort auch zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Und Gao ist nicht der einzige Schauplatz in Mali, wo die Islamisten auf eine Guerilla-Strategie umgeschwenkt sind. In der nördlichen Stadt Kidal explodierte am Donnerstag eine Autobombe nahe eines Camps, in dem Soldaten aus Frankreich und Tschad stationiert sind. Zu dem Anschlag bekannten sich die Extremisten von Mujao.

Am Freitagmorgen detonierten zwei weitere Autobomben bei und in einer Basis der Tuareg-Bewegung MNLA bei Tessalit nahe der algerischen Grenze. Die Selbstmordattentäter rissen mindestens drei Menschen mit in den Tod, berichtete der französische Auslandssender RFI. Ein MNLA-Vertreter machte Mujao für die Tat verantwortlich.

Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sagte am Donnerstagabend zu den Gefechten in Gao, "die Lage ist wieder normal, sofern man das normal nennen kann". Die Geschehnisse zeigten, "dass wir uns in einem wirklichen Krieg befinden". Frankreich werde den Einsatz im Norden Malis erst beenden, wenn das Gebiet wieder sicher sei: "Aber wir haben nicht die Absicht, ewig in Mali zu bleiben", erklärte Le Drian.