Die hessische SPD geht mit großer Schärfe gegen die Abweichler vor. Dreien droht der Parteiausschluss. Die wollen sich wehren. Dagmar Metzger hat andere Pläne.
Nach den Landtagsabgeordneten Carmen Everts und Jürgen Walter wurde auch gegen Silke Tesch ein Parteiordnungsverfahren eingeleitet, wie der Bezirksgeschäftsführer des SPD-Bezirks Hessen-Nord Wilfried Böttner sagte. Damit droht den drei Politikern der Ausschluss aus der Partei.
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Dagmar Metzger wird wohl nicht wieder für den hessischen Landtag kandidieren. (© Foto: ddp)
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Everts kündigte an, sich mit "allen rechtlichen Mitteln" gegen einen Rauswurf zu wehren. Die vierte Abweichlerin Dagmar Metzger wird nach Informationen des Hessischen Rundfunks nicht wieder für den Landtag kandidieren.
Dem Bezirk Hessen-Nord lagen laut Geschäftsführer Böttner acht Anträge auf Parteiausschluss von Tesch vor. Um diese zu bündeln, sei das Verfahren eingeleitet worden. Über die Anträge werde jetzt die Schiedskommission entscheiden.
Anders als bei Everts und Walter schränkte der Bezirk aber nicht Teschs Mitgliedsrechte ein. Damit könnte sie derzeit rein theoretisch wieder für den Landtag kandidieren, was aber als ausgeschlossen gilt.
Der Bezirk Hessen-Süd hatte zuvor bereits ein Parteiordnungsverfahren gegen Everts und Walter eingeleitet. Dort lagen 13 Anträge auf Parteiausschluss vor. Der Vorstand entschied zudem, dass die beiden Abgeordneten wegen "der Schwere der Vorwürfe" alle Mitgliedschaftsrechte ruhen lassen müssen. Walter und Everts können damit nicht mehr bei der für Januar geplanten Neuwahl des Landtags antreten und verlieren ihr Antrags-, Rede- und Stimmrecht auf Parteitagen.
Everts kritisierte den Landesverband für das Vorgehen scharf. Die hessische SPD wolle Kritiker augenscheinlich mit aller Macht aus Partei und Fraktion drängen, erklärte die Abgeordnete aus Groß-Gerau. Dies sei kein Signal für "die erforderliche Selbstkritik und einen souveränen, ernsthaften Neuanfang".
Sie werde ihr Parteibuch "mit allen rechtlichen Mitteln verteidigen und für eine stärker in der Mitte der Gesellschaft verankerte SPD kämpfen." Die eingeleiteten Schritte würden ein "bedauerliches Licht auf die innerparteiliche Demokratie und den weiterhin verfolgten Kurs der Landespartei" werfen.
Gegen die Abgeordnete Metzger wurden keine Verfahren eingeleitet. Sie hatte bereits im März angekündigt, Landeschefin Andrea Ypsilanti wegen der Zusammenarbeit mit den Linken nicht zur Ministerpräsidentin zu wählen. Die drei anderen Abgeordneten hatten erst am Tag vor der geplanten Ministerpräsidentenwahl in Hessen erklärt, aus Gewissensgründen nicht für Ypsilanti zu stimmen. Die SPD-Chefin hatte eine von den Linken tolerierte rot-grüne Minderheitsregierung angestrebt.
Metzger wird einem HR-Bericht zufolge dennoch nicht wieder für den Landtag kandidieren. In einer persönlichen Erklärung von ihr heißt es demnach, sie sehe keine Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der SPD-Fraktion in Wiesbaden.
Die persönlichen Anfeindungen, Beleidigungen und Diffamierungen der Vergangenheit hätten sie an die Grenze ihrer gesundheitlichen Belastbarkeit geführt. Die von SPD-Chef Franz Müntefering geforderte Erneuerung der hessischen SPD sei nicht einmal im Ansatz erkennbar.
Beleidigungen wie "Verräter" hätten sie tief getroffen und seien einer demokratischen Partei unwürdig, erklärte Metzger. Sie habe keine Hoffnung, dass sich dies sich in Zukunft ändern werde. Zu befürchten sei, "dass ich auch weiterhin das Symbol für die innere Zerrissenheit der SPD darstellen werde".
Ihre Position bekräftigte die SPD-Politikerin in der Erklärung: "Ich halte die Zusammenarbeit der SPD mit der Linkspartei weiterhin für falsch und gefährlich."
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(AFP/dpa/segi/bica)
ICE-Strecke
Dass einem SPD-Mitglied in einem demokratischen Wahlverfahren der Parteiausschluss drohen kann, wenn die Stimmabgabe dem Parteiwillen nicht entspricht, hat mich überrascht. Da muss ich in der Schule im politischen Unterricht über Demokratie etwas falsch verstanden haben. Sind der SPD in Hessen Macht und Position wichtiger als eine demokratische Wahl?
Alle die treuen CDU-Wähler die hier von fehlender Demokratie bei der SPD schwafeln möchte ich hören, wenn ein ähnlicher Vorgang in der CDU vorkäme. Haltet euch aus einer rein innerparteilichen Angelegenheit gefälligst raus, und sorgt erstmal dafür die Altlasten in der CDU zu entsorgen. Da gibt es genug zu tun!
Links + SPD = 35% der Stimmen. Das reicht nicht zum Regieren. Das übernehmen dann andere Parteien.
Hallo
Ich muß noch einmal meinen Hut ziehen vor der Frau Metzger und ihrer 3 Partei-Freunde.
Sie sind die einzigen, die den Fehler in der Zusammenarbeit mit der Linke sehen.
Und das alle anderen in der Hessen-SPD so blind sind und sich mit der Legitimierung der Linke ihr eigenes Grab schaufeln, daß kann man nicht verstehen.
Eine Partei muß für die Menschen da sein und nicht für irgent einen Irrglauben, dessen Mangel sich 1989 bewiesen hat.
Jeder Mensch muß sein Möglichstes tun, damit die Gemeinschaft vorran kommt. Denn nur dann kann die Gemeinschaft auch denen helfen, die auf die Nase gefallen sind.
Das muß die SPD, und auch die CDU, FPD und die Grüne, hervorheben, denn das unterscheidet sie fundamental von der Linke.
Das hat Frau Metzger erkannt und dafür wird sie jetzt raus gemoppt und rausterrorisiert.
Schade
Schau
Die Aussage "Koch muss weg" ist eine apolitische Selbstverständlichkeit. Das ist doch klar, dass Frau Ypsilanti gerne den Herrn Koch als MP abgelöst hätte. Die lächerliche Energiepolitik der SPD, die Versorgungsgarantien für Leute im öffentlichen Dienst, die offenkundige Wirtschaftsfeindlichkeit, wie sie bspw. in der Verzögerung und Gefährdung des Flughafenausbaus in Frankfurt und in der Abkehr von wichtigen verkehsmäßigen Infrastrukturprojekten in Nordhessen zum Ausdruck kam, weiter die Unglaubwürdigkeit bezüglich eines Vorgehens gegen Gewalttätigkeit im öffentlichen Raum sind Gründe genug, um diese rot-rot-grünen Chaoten nicht an die Macht kommen zu lassen.
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