Kurnaz-Anwalt Docke über die Verantwortung Berlins, Guantanamo-Häftlinge aufzunehmen - und die Widersprüchlichkeit von Außenminister Steinmeier.
sueddeutsche.de: Herr Docke, in Guantanamo befinden sich keine Deutschen und auch keine in Deutschland sozialisierten Gefangenen. Warum sollte Deutschland Guantanamo-Häftlinge aufnehmen?
Möchte für die SPD ins Kanzleramt: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (© Foto: dpa)
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Berhard Docke: Auch, wenn es keine Rechtspflicht gibt, halte ich es für eine Geste der Humanität, Menschen zu helfen, die sieben Jahre lang rechtlos unter Folter gehalten wurden - wenn sie keine andere Heimat haben und in den USA kein Asyl wollen oder bekommen. Wenn eine Aufnahme in Deutschland das Ende Guantanamos beschleunigen würde, wäre dies ein weiterer Grund.
sueddeutsche.de: Kritiker wenden ein, Guantanamo sei eine amerikanische Erfindung - nun habe Washington auch die alleinige Verantwortung, für die Gefangenen zu sorgen.
Docke: Deutschland sollte helfen - nicht nur aus humanitären und moralischen Gründen. Berlin trägt auch eine politische Verantwortung. Die frühere Bundesregierung hatte Guantanamo öffentlich zwar kritisiert, hinter den Kulissen aber ein fragwürdiges Doppelspiel betrieben, insbesondere im Fall meines Mandaten Murat Kurnaz. Deutschland hat ihn dort unnötig lange schmoren lassen.
sueddeutsche.de: Ihre Kritik machen Sie am früheren Kanzleramtsminister Frank-Walter Steinmeier fest. Er ist heute Bundesaußenminister und spricht sich in der aktuellen Debatte für die Aufnahme von Guantanamo-Häftlingen aus - gefällt Ihnen das nicht?
Docke: Steinmeiers Vorstoß ist unterstützenswert. Umso glaubwürdiger wäre er, wenn er gleichzeitig sein eigenes Verhalten in der Causa Kurnaz selbstkritisch betrachtet. Steinmeier stand im Zentrum derer, die damals entschieden haben, Kurnaz in Guantanamo zu belassen - das hat ihm vier zusätzliche Jahre im Folterlager eingebracht.
sueddeutsche.de: Steinmeier rechtfertigte seine Entscheidung jüngst damit, dass gegen Kurnaz damals noch "dringender Tatverdacht" bestanden habe.
Docke: Das ist explizit falsch. Zu diesem Zeitpunkt, als Herr Steinmeier über das Schicksal von Murat Kurnaz entschieden hat - am 29. Oktober 2002 - gab es eine zweifache Entlastung: US-Ermittler hatten erklärt, dass sie ihn für unschuldig halten. Auch die Staatsanwaltschaft Bremen verneinte einen Tatverdacht. Es gab also zu dem Zeitpunkt keinen gegen Herrn Kurnaz Tatverdacht, und schon gar keinen dringenden.
sueddeutsche.de: Sehen Sie die Causa Kurnaz als Steinmeiers Stolperstein auf dem Weg ins Kanzleramt?
Docke: Für Herrn Steinmeier ist der Fall Murat Kurnaz sicherlich ein Problem: Nicht nur ein politisches, sondern auch ein persönliches. Das schadet seinem Image, daran ändert auch sein Einsatz für Guantanamo-Häftlinge nichts. Denn Steinmeier widerspricht sich in seinem Verhalten: Er will Guantanamo-Häftlingen helfen und verteidigt auf der anderen Seite die Entscheidung, Kurnaz in Guantanamo zu belassen.
Lesen Sie auf der nächsten Seite, was Murat Kurnaz von Barack Obamas Entscheidung zu Guantanamo hält.
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Mein Gott, das ist doch eh nur wieder so ein missratener Wahlkampftrick des Steinmerkel.
Er ist definitiv für Guantanamo mitverantwortlich, weil er die verbündete USA bestärkt hat, dieses Mittel einzusetzen dutrch seine feige Haltung im Fall Kunanz (und sein Pochen auf das Recht der USA sich so etwas zu leisten in "Verteidigung" des Landes).
Davon ab: wäre ich dort inhaftiert gewesen, ich würde 100pro danach bewaffnet gegen die USA kämpfen!
Das muss man den Rechtskonservativen lassen, sie basteln sich ihre Moral immer wieder aufs Neue zusammen.
Steinmeier hat Kurnaz weder nach Guantanamo gebracht, weder beschuldigt noch konnte er verhindern, dass Kurnaz nach Guantanamo kam.
Steinmeier war aber gegen den IRAK-Krieg trotz Polemiken von der Befürworterin Merkel,
und Steinmeier ist für Aufnahmekonzepte der Europäer für die Guantanamo-Gefangenen.
Merkel ist strickt/gschickt dagegen. Es sind die gleichen Leute die Steinmeier fertig machen wollen mit Moral-Begriffen, aber keine Bedenken haben die IRAK-Krieg verfechterin und BUSH-Freundin zu wählen. Naja wie war das mit den Pharisäern
Docke erzählt absoluten Unsinn, das ist allein schon daran zu erkennen, dass er aussagt,
die amerikanischen Ermittler hätten im Okt. 2002 erklärt das Herr Kurnaz absolut unschuldig sei. Warum habe diese ihn damals dann nicht freigelassen.
Sie hätten es tun müssen, ohne deren Aussage, das Kurnaz aufgrund ihrer Untersuchungen schuldig sein müssse , konnte Kurnaz garnicht festgehalten werden.
Kein einziger Insasse wurde von den Ermittler als unschuldig eingestuft.
Richtig ist vielmehr, dass die Ermittler ohne wirkliche Beweise viele Personen in das Gefangenlager gebracht haben.
Das aber wurde von vielen kritsiert, konnte aber nicht verhindert werden.Von vielen wurde es aber auch nicht kritisiert, z. B. von frau A. Merkel.
Also sollte sich Merkel warm anziehen. Das Ganze ist ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver, mit dem Ziel von der IRAK-Krieg Verfechterin Frau Merkel abzulenken.
Ich glaube, diese offensichtlichen Dämlichkeiten von Steinmeier gehören zur großen Abwicklung der SPD. Man sehe sich nur mal die Nachjobs von Clement, Schily, Müller und Schröder, etc. ... an, und weiss wohin der Hase läuft: ZwangsArbeit, RFID/Biometrie, Energiekartelle, ....
... deswegen z.B. auch das geringe Interesse, regenerative Energien umzusetzen. Es würde nämlich das Erpressungspotential an den Massen beschädigt.
Wir haben lupenreinen Kapitalfaschismus!
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