Geteiltes Land Nord- und Südkorea vereinbaren Familientreffen

Es wäre das erste Treffen seit drei Jahren: Noch im Februar sollen Familien aus Südkorea ihre Verwandten im Norden wiedersehen dürfen. Darauf haben sich die beiden Länder geeinigt. Doch die Vereinbarung könnte noch platzen.

Nach einer etwa dreijährigen Pause könnten Familien aus Südkorea wieder ihre Verwandten im Norden der Halbinsel treffen. Beide Länder auf der Koreanischen Halbinsel einigten sich auf eine Familienzusammenführung. Die Zusammenkunft beginne am 20. Februar in der nordkoreanischen Touristenregion Kumgang und sei für sechs Tage angesetzt, teilte ein Mitarbeiter des zuständigen Ministeriums mit. Die Zusammenkunft der Familien ist ein vorsichtiges Zeichen der Annäherung zwischen beiden Staaten.

Das Programm zu den Familientreffen aus dem Jahr 2000 hätte bereits Ende September wieder augenommen werden sollen. Derzeit stehen etwa 72.000 Südkoreaner auf einer offiziellen Warteliste und hoffen, ihre Familienmitglieder aus dem Norden wiedersehen zu dürfen. Die Hälfte von ihnen ist bereits älter als 80 Jahre.

Zuletzt hatte es im Jahr 2010 Familienzusammenführungen gegeben. Unter Aufsicht des Roten Kreuzes trafen sich Verwandte, die seit dem Koreakrieg der Jahre 1950 bis 1953 auf verschiedenen Seiten der innerkoreanischen Grenze leben.

Doch das geplante Treffen im Februar könnte noch platzen. Denn für Ende Februar planen Südkorea und die USA ein gemeinsames Militärmanöver. Die kommunistische Führung in Pjöngjang will die jährliche Übung jedoch verhindern und drohte bereits mit Konsequenzen. Nach Einschätzung des südkoreanischen Professors Yoo Ho Yeol, der in Seoul Nordkoreastudien lehrt, könnte der Norden die Verhandlungen dazu nutzen, um Zugeständnisse wie eine Lockerung der südkoreanischen Sanktionen oder eine Beschränkung der Militärübung zu erreichen. Im vergangenen Jahr hatte Diktator Kim Jong Un mit einem Nuklearschlag gedroht.