Nach dem Diebstahl ihres Dienstwagens in Spanien gerät Ministerin Ulla Schmidt unter Druck: Aus CDU und FDP kommt Kritik.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt wird wegen der Dienstwagen-Affäre nun auch innerhalb der großen Koalition kritisiert.
Bild vergrößern
Dienstwagen am Urlaubsort: Ulla Schmidt (SPD) wird auch vom Koalitionspartner kritisiert. (© Foto: dpa)
Anzeige
Der CDU-Haushaltspolitiker Georg Schirmbeck nannte es in einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung eine "skandalöse Verschwendung von Steuergeldern, dass die SPD-Politikerin ihre Dienstlimousine plus Chauffeur quer durch Europa bis zu ihrem spanischen Urlaubsort geschickt hat".
Schirmbeck fügte hinzu: "Da die Amtszeit von Gesundheitsministerin Schmidt ohnehin abgelaufen ist, erübrigt sich die Forderung nach ihrem Rücktritt. Aber dass sie sich so einen dicken Klops leistet, zeigt: Sie ist die falsche Frau im Bundeskabinett."
Besonders pikant sei es, dass der Vorfall erst durch den Diebstahl des gepanzerten Luxusautos an die Öffentlichkeit gelangt sei. "Mit ihrem Verhalten schädigt sie den Ruf der mehr als 600 Mitglieder des Bundestages immens", kritisierte der CDU-Politiker. Das Misstrauen breiter Bevölkerungsschichten gegenüber Politiker werde von der Gesundheitsministerin befördert.
Auch der FDP-Bundestagsabgeordnete Patrick Döring kritisierte das Verhalten der Ministerin: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die deutsche Botschaft in Madrid nicht in der Lage sein soll, die Ministerin zu einem oder mehreren Vorträgen zu fahren", sagte Döring der in Hannover erscheinenden Neuen Presse.
Lückenlose Aufklärung gefordert
Der FDP-Politiker forderte, die entsprechenden Richtlinien in den Ministerien zu prüfen. "Notfalls müssen wir in der Tat darüber nachdenken, wie eine Ministerin sanktioniert werden kann. Aber das wird der Wähler hoffentlich tun am 27. September", sagte Döring weiter.
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt hatte am Wochenende die private Nutzung ihres Dienstwagens im Spanienurlaub eingeräumt. Die Limousine war nahe Alicante gestohlen worden. Diebe hatten das Zimmer von Schmidts Fahrer aufgebrochen und die Schlüssel entwendet.
Vertreter von Verbänden und der Opposition forderten von der Bundesministerin am Wochenende eine lückenlose Aufklärung des Sachverhalts. Ihr Ministerium wies in einer schriftlichen Erklärung den Eindruck zurück, Schmidt habe sich unkorrekt verhalten.
In der schriftlichen Erklärung vom Sonntag hieß es: "Der Bundesministerin für Gesundheit steht wie allen Mitgliedern des Bundeskabinetts ein personengebundener Dienstwagen für dienstliche und private Nutzung mit Fahrer ständig zur Verfügung."
Auch im diesjährigen Spanienurlaub habe Schmidt den Dienstwagen mehrfach dienstlich und privat genutzt. "Bei privaten Fahrten wird das selbstverständlich gemäß den Bestimmungen auch privat abgerechnet."
- Thema
- Ulla Schmidt RSS
- Dienstwagen in Spanien geklaut Frau Schmidt und ihr Chauffeur 26.07.2009
- Zusatzbeiträge der Krankenkassen DAK-Chef attackiert Politiker 01.02.2010
- Gesundheitsreform Söder gegen Rösler 18.01.2010
- Gesetzliche Krankenversicherung Das Milliarden-Geschenk 16.11.2009
- Medizin und Wahnsinn (97) Hier schreit der Arzt 19.09.2009
- 5. September 2009 Die gemobbte Ministerin 04.09.2009
- Bestechliche Ärzte Krankenkasse ruft nach dem Strafrecht 03.09.2009
(AP/dpa/gal/odg)
Bundespräsident Gauck in Israel
und zwar Chirurgen. Die können ja angeblich mit minimalinvasiver Technik einen Flur durchs Schlüsselloch streichen. Dann können die auch einen Autoschlüsseldamit aus ner Wohnung holen, ohne einbrechen zu müssen.
Dienstwagenaffäre
Donnerwetter riesen Skandal wir haben ja sonst keine Sorgen.
Und schau, mal sogar ein CDU-Politiker kritisiert das.
Ist ja doll !
Is denn schon " Aller Heuchler " ?
Erst nachlesen, was da wirklich passiert ist. Dann kapieren, warum keine Konsequenzen.
Aber Tappy, das Ganze ist doch schon ein Jahr her. Inzwischen sind die von der CDU, CSU und der FDP doch alles Geläuterte und so sauber wie gekocht - bis dann die Wahl gelaufen sein wird. Dann wird wieder gefahren, geprasst, schikaniert und gelogen, was das Zeug hält.
www.spiegel.de/spiegel/0,1518,572742,00.html
Paging