Die mächtigsten Staats- und Regierungschefs haben endlich ein gemeinsames Bekenntnis zum Klimaschutz formuliert. Das ist ein Durchbruch. Doch klammheimlich haben sich die Industrieländer von ihren konkreten Zielen verabschiedet.
Die mächtigsten Staats- und Regierungschefs haben endlich ein gemeinsames Bekenntnis zum Klimaschutz formuliert. Das mag banal klingen, denn schließlich einigten sie sich lediglich darauf, einer Empfehlung zu folgen, die von unabhängigen Wissenschaftlern im Auftrag der UN erarbeitet worden war.
Wenn das Eis am Nordpol schmilzt, ist das nicht nur für die Eisbären schlecht - verheerende Fluten werden im 21. Jahrhundert zunehmend Küstenstädte bedrohen. (© Foto: dpa)
Anzeige
Mit ihren Berechnungen hatten die Wissenschaftler herausgefunden, dass es auf dem Planeten zu verheerenden Fluten, Dürren und Stürmen kommen wird, sollte die Temperatur der Erde bis 2100 um mehr als zwei Grad steigen. Sie empfehlen, alles zu tun, um dies zu verhindern.
Genau dies versprechen nun Inder, Chinesen, Brasilianer, Südafrikaner, Japaner, Russen, Kanadier, Europäer und US-Amerikaner - und zwar erstmals gemeinsam. Es ist deshalb legitim, von einem Durchbruch bei den seit Jahren vor sich hindümpelnden internationalen Klimaverhandlungen zu sprechen. Bisher sperrten sich nicht nur Schwellen- und Entwicklungsländer dagegen. Auch die USA erkannten erst in der vergangenen Woche die UN-Empfehlung an.
In L'Aquila sind die mächtigen Staaten dieser Welt tatsächlich ihrem Ziel einen Schritt nähergekommen, am Ende dieses Jahres in Kopenhagen einen neuen Völkervertrag zum Klimaschutz zu unterzeichnen.
Anders als das bisher gültige Kyoto-Protokoll muss dieses Abkommen allerdings für alle Staaten verbindlich und drastisch festschreiben, wie die klimaschädlichen Emissionen reduziert werden sollen, um die Erderwärmung wirklich zu stoppen. Aber genau daran fehlt es mehr denn je.
Und das ist die schlechte Nachricht aus dem italienischen Tagungsort der G8. Klammheimlich haben sich die Industrieländer von ihren mittelfristigen Zielen verabschiedet - die ebenfalls auf einer Empfehlung der UN-Wissenschaftler basierten. Die reichen Länder, so regten die Forscher an, sollten bis 2020 ihre klimaschädlichen Emissionen um 25 bis 40 Prozent senken.
Die Staaten der Europäischen Union hatten sich bisher als weltweit einzige Industrieländer verpflichtet, dieser Empfehlung zu folgen. Doch nun pocht auch die Union nicht mehr auf diese Ziele. Stattdessen folgt sie dem amerikanischen Vorschlag, sich erst 2050 zur konkreten Umsetzung des Zwei-Grad-Bekenntnisses zu verpflichten. Bis dahin sind es mehr als 40 Jahre.
Das Konkrete zu verschieben, ist in mehrfacher Hinsicht ein fatales Signal. Es nimmt den Druck von den eigenen Industrien, die Produktion effizienter und vor allem grüner zu gestalten. Die Entwicklungs- und Schwellenländer werden weiterhin die schwache Führungsrolle der Industriestaaten bemängeln.
Sie werden wohl kaum ihre eigene Industrie zum Klimaschutz verpflichten, solange es die reichen Länder nicht tun. Auch haben die Reichen ihr Versprechen, die ärmeren Ländern finanziell beim Klimaschutz zu unterstützen, wieder einmal nicht mit konkreten Zahlen unterlegt. Ein Bekenntnis allein reicht aber nicht zum Umsteuern.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 09.07.2009/woja)
mir ist der ganze kommentar zu schwammig - diese gemeinsame formulierung der 2 grad grenze bis 2050 schliesst doch nicht die bereits beschlossene 20/20/20 regel bis 2020 der europaeer im alleingang nicht aus. wo ist das problem? es heisst klammheimlich - wo wurde denn offiziell erwaehnt, dass die EU diesen fahrplan jetzt fallenlaesst? die usa hatte sich doch inzwischen auch zu diesem ziel bereit erklaert, zwar nur zu 17% in bezug auf 2000 o.ae. ... habe ich da eine wichtige stellungnahme zu einem kurswechsel oder fahrplanaenderung der EU verpasst???
"Der Zenit ist längst überschritten (Bevölkerungsexplosion) und in 50 bis 100 Jahren bricht das ganze System völlig zusammen,..."
Das ist nicht durch die Zahlen zur Entwicklung der Weltbevölkerung belegbar.
Die der UN vorliegenden Daten aus der Welt zeichen klar, daß die Bevölkerung immer langsamer wächst. Der Zenit steht uns noch bevor. Derzeit sinkt im weltweiten Mittel die Geburtenrate sodaß mit 2050 das Maximum mit ca. 9 Mrd. Menschen zu erwarten ist. Danach wird die Menschheit wieder schrumpfen.
Ironie des ganzen ist, daß ja die Herren der Wirtschaft genau diese Zahlen kennen und ihre Treibhausgasreduktion auf dieses Datum verschieben. Wie praktisch, denn dann haben sie ihre Reduktion ganz automatische zum Nulltarif ohne Not, denn mit weniger Menschen wird auch weniger konsumiert.
Für das recht träge Klimasystem wird dann aber danach die große Auswirkung der bis dahin akkumulierten Emmissionen noch kommen, trotz weniger Menschen und weniger Emissionen.
Egoismus und Gier nimmt keine Rücksicht auf Nachhaltigkeit und Reduktion Klimawirksamer Gasemissionen. Es ist doch nicht weiter wunderlich, daß auf solchen Wirtschaftsgipfeln die politischen Eliten als Sprechpuppen der Wirtschaftsgiganten der mächtigsten Industrienationen herumhampeln. Mehr als Lippenbekenntnisse waren nicht zu erwarten. Wer auf diese Herrschaften hofft ist bereits verloren.
Das einzige Credo dieser Grüppchen ist ihr eigenes Wirtschaftswachtum, dem alles weitere unterzuordnen ist.
Wie naiv muß man denn sein zu glauben daß zum Beispiel der russische Staat freiwillig auf Gewinnung und Verkauf seiner fossilen Enerigeträger verzichtet? Die werden noch jedes Quentchen aus ihrer Erde quetschen, sofern dies aktuell wirtschaftlich ist und je knapper die Ressourcen werden, desto wirtschaftlicher werden heute noch nicht wirtschaftlich hebbare Ressourcen. Der GAU wird erst noch kommen, wenn die am Polarkreis angrenzenden Staaten beginnen die Ressourcen am Nordpol plündern und versilbern.
Wir als Konsumenten gehören zu diesem Spiel. Am liebsten sind mir solche hirnlose Kreaturen die einerseits ÖDP wählen, aber dann ihr Häuschen auf dem Land bauen, mit russischen Gas beheizen und dann wieder mit dem Zweitwagen in die Stadt zu ihrem Arbeitsplatz fahren, wo sie vorher wohnten. Die Kinder werden dann mit dem großen Erstwagen dann zu Schule und Vereinen überland herumkutschiert, weil die Entfernungen gewachsen sind.
Machen wir uns nichts vor, es geht bis zum bitteren Ende bis die fossilen Energien verbraten sind. Bequemlichkeit und Dummheit waren schon immer stärker als der Wille zur Vernunft und eigenverantwortliches konsequentes Handeln.
Was einzig helfen würde den Klimawandel zu verzögern, wäre das noch gebundene CO2 in der Erde zu lassen, und das wäre nur mit einem Stopp der Erdöl-/Gasförderung möglich (natürlich utopisch). Da aber bis zum natürlichen Ende des Erdölzeitalters jede erdenkliche Quelle leergepumt wird, koste es was es wolle, ist der Kimawandel durch nichts aufzuhalten. Der Zenit ist längst überschritten (Bevölkerungsexplosion) und in 50 bis 100 Jahren bricht das ganze System völlig zusammen, dann aber mit Pauken und Trompeten, im Vergleich dazu sind dann die heutigen Probleme Kinkerlitzchen.
Die Crux an allem ist das Wirtschaftswachstum, das ständig steigen muss und somit konträr zur Umwelt steht.
Wie einflussreich sie doch ist - alle machen mit!
Naja, mit der Verlaengerung der Schonfristen fuer die CO2-Grenzen für Autos hat sie ja gezeigt, wie hilfreich das ist - die Automobilindustrie steht so strahlend da, dass man feuchte Augen bekommt angesichts der Subventionen.
Hauptsache, gut gegessen, fotografiert worden, wichtig gewesen und nur nicht irgendwie festgelegt : Gut gemacht!
Paging