Frankreichs neuer EU-Minister Laurent Wauquiez erklärt, was Paris und Berlin voneinander lernen können. Und er preist die Krisenpolitik der Bundesregierung.
Die meisten Politiker in Paris bekennen sich zur deutsch-französischen Freundschaft. Doch kaum einer tut dies mit solchem Enthusiasmus wie Laurent Wauquiez. Der neue, 35 Jahre alte Europaminister - das jüngste Mitglied des Kabinetts - begeistert sich für die deutsche Sprache, Stabilitätspolitik und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt er warum und verspricht: Auch Frankreich wird sparen.
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Frankreichs neuer EU-Minister Laurent Wauquiez ist jung, ehrgeizig und spricht exzellent Deutsch. (© dpa)
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SZ: Monsieur Wauquiez: Warum haben Sie Deutsch gelernt und nicht Chinesisch?
Wauquiez: Vielleicht bin ich altmodisch? Im Ernst - ich mag die deutsche Sprache sehr. Sie ist mir als Europaminister sehr nützlich. Deutschland zu verstehen, ist für mich besonders wichtig.
SZ: Beunruhigt es Sie, wenn China Euro-Staaten wie Griechenland und Spanien mit Krediten hilft?
Wauquiez: Es beunruhigt mich, wenn wir Europäer mehr ausgeben als einnehmen. Überschuldet zu sein ist stets eine Schwäche. Die müssen wir beseitigen. Europa steht weltweit im harten Wettbewerb mit China und anderen Ländern. Doch wenn Deutschland und Frankreich einig sind, so stärkt das Europa. So können wir auch mit den Chinesen mithalten.
SZ: Chinesische Investitionen sind aber willkommen?
Wauquiez: Wenn China bei uns investiert und einkauft, kann das positive Seiten haben. Wir Europäer dürfen aber nicht naiv sein, wenn es um unsere strategischen Interessen geht. Wir müssen auch in der Lage sein, uns zu schützen.
SZ: Was meinen Sie damit?
Wauquiez: Nehmen Sie die Hochgeschwindigkeitszüge. Der deutsche Siemens- und der französische Alstom-Konzern haben ihre Technologie an China verkauft. Das kann uns nicht freuen. Da brauchen wir in der EU eine bessere Kooperation, um stärker zu sein und unsere strategischen Interessen zu verteidigen.
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Deutschland wird kein veraltetes Land, dafür sind wir noch nicht schlecht und zerrissen genug, aber wir alle müssen etwas dafür tun und nicht nur die negativen Dummheiten amerikanisch/internationaler Menschheitszerstörer übernehmen. Das bringt die zig Milliarden Verluste für Deutschland! Wenn wir blind und nationalnaiv durch die Welt tappen, merken wir nicht, wie rasant sich alles um uns verändert und wenn wir sehen wie unsere Regierung vieles an Infrastruktur und gesellschaftlichen Problemen schleifen lässt, dann sieht Deutschland ganz schön alt und primitiv aus.
Wir können so vieles von anderen Ländern lernen, wie auch in den früheren Jahrhunderten. Nur wir müssen unterscheiden können zwischen selbstzerstörerisch und informativ bereichernd und wir müssen ein Zukunftskonzept entwickeln, das nicht die Bevölkerung aussaugt, sondern Nutzen für alle beinhaltet. Wofür haben denn unsere Parteien das Wörtchen sozial in ihren Namen, doch nicht als Feigenblatt!
Und bei mittelfristigen Planungen sind wir alle schlecht und wir und unsere Führung tun alles um eine innere Stabilität des Landes zu zerstören.
"Und das ist nicht gut so!"
ich möchte ihren beitrag jetzt diplomatisch kommentieren:
sie sind ein sehr kluger und unvoreingenommener mensch!
;-)
Das Interview muss vor dem Hintergrund der derzeitigen französischen Regierungsstruktur gelesen werden:
Interessant ist, wie Wauquiez die französische Politik erklärt, denn das ist seine Aufgabe unter Sarkozy. Entschieden wird nichts von Bedeutung in seinem Ministerium und ein wichtiges Projekt hat er in der derzeitigen Regierung nicht.
Seine Beschreibung des "gereiften" Verhältnisses D-F ist eine diplomatische Umschreibung für abgenutzt und zerrüttet. Das trifft es derzeit ganz gut. Die Chefs können nicht miteinander, Aussenpolitik findet derzeit weder in D noch in F wirklich statt und auch sonst gibt es kein Politikfeld auf dem D und F sich über den Tag hinaus auf eine bedeutende politische Initiative einigen könnten. Das ist der trauruge Zustand, den man aus dem Interview lesen kann, wenn man die eingepflegten Artigkeiten einmal ausser Acht lässt.
...Kritik im einzelnen: Wenn es etwas gegeben hat, was Europa stets voran brachte, war es die Achse Paris - Bonn/Berlin. Dieses Kernstück der europäischen Einigung durch Desinteresse oder Miesepetrigkeit zu schwächen, wäre fatal. Deshalb sind Politiker welcher couleur auch immer, denen das dt.-franz. Verhältnis Herzensangelegenheit ist, nur zu begrüßen. (Auch wenn mich ebenfalls die Politik der derzeitigen Bundesregierung alles andere als "zutiefst überzeugt" hat.)
Der Mann weis was Sache ist. Wer das Interview nicht versteht ist eben von Gestern.
@Bakker61: Warum sollte die EU nicht Schritt halten können mit China frage ich Sie? Die haben ebenso wenig Rohstoffe, dafür 600 Millionen Menschen zuviel. Die Absatzmärkte der Weltr sind weit weg und die Logistikkosten steigen stetig da Logistik die letzten Jahrzehnte viel zu billig war. China zieht nur sehr schnell gleich, m it Europa. Hatten ja auch 200 Jahre aufzuholen. Vieles davon ist überheizt und wird sich selbst regulieren. Sieht man ja auch gerade bei den Spielzeugherstellern. Viele gehen gerade zurük nach Europa da die Produktion in China zu teuer und zu schlecht ist.
Es gibt viele Gründe an Europa zu glauben. Dafür müssen wir aber maqchen was dieser Mann auch sagt. Uns konsolidieren, wieder Rückrat beweisen und für uns selbt etwas machen. Dazu gehört nunmal auch die ungebremste Migration für mind. 10 Jahre zu stoppen und danach Asylanten vorort selber abholen und nicht mehr an der Grenze aufnehmen.
Fachkräfte und Leute mit Geld dürfen freilich immer kommen.
Paging