Flüchtlinge Balkanrouten-Staaten verlangen Pässe und Visa

  • Die Regierung von Slowenien kündigt an, von außerhalb des Schengen-Raums nur noch Menschen mit gültigen Pässen und Visa einreisen zu lassen.
  • Als Reaktion kündigen Serbien, Kroatien und Mazedonien ihrerseits an, ebenso zu verfahren. Sie gehören allerdings nicht zum Schengen-Raum.

Slowenien und Serbien schließen die Balkanroute für die meisten Flüchtlinge. Sloweniens Regierung kündigte an, von Mitternacht an wieder streng die Schengen-Regeln anzuwenden und nur noch Menschen mit gültigen Pässen und Visa einreisen zu lassen - Slowenien liegt am Rand des Schengen-Raums. Die Polizei in den anderen Ländern der Balkanroute sei unterrichtet worden, teilte die Regierung weiter mit.

Innenministerin Vesna Györkös Žnidar habe die Entscheidung mit ihren Kollegen in Wien und Zagreb diskutiert. Slowenien werde in Zukunft pro Monat 40 bis 50 Menschen Asyl gewähren, zitierte das nationale slowenische Radio Regierungschef Miro Cerar.

Als Reaktion kündigten Serbien, Kroatien und Mazedonien ihrerseits an, ebenso zu verfahren, diese Staaten gehören nicht zum Schengen-Raum. Das serbische Innenministerium teilte mit, es werde die neuen Regelungen ebenso an seiner Grenze zu Mazedonien und Bulgarien anwenden. "Damit wird die Balkanroute praktisch geschlossen", zitierten serbische Medien eine entsprechende Erklärung des Ministeriums. Die serbische Regierung schrieb auf ihrer Internetseite: "Serbien kann es sich nicht leisten, eine Sammelstelle für Flüchtlinge zu werden". Auch der kroatische Innenminister Vlaho Orepic sagte dem Fernsehsender RTL, sein Land werde nur noch Flüchtlinge mit gültigen Visa einlassen.

Über die Balkanroute waren im vergangenen Jahr mehr als eine Million Menschen nach Westeuropa gelangt.