Familienministerin Kristina Schröder ist gerade hochschwanger, im Juli erwartet sie ihr Baby. Jetzt will sie Paaren helfen, die keine Kinder bekommen können. Künstliche Befruchtungen sollen stärker finanziell gefördert und Adoptionen erleichtert werden.
Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) will sich verstärkt eines Themas annehmen, über das bislang oft nur im privaten Umfeld gesprochen, aber öffentlich kaum diskutiert wird: das Problem von Paaren, die keine Kinder bekommen können, obwohl sie gerne welche hätten.
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"Wir überschätzen maßlos die Zahl derer, die wirklich keine Kinder wollen". Familienministerin Kristina Schröder (CDU) will künstliche Befruchtungen und Adoptionen für ungewollt kinderlose Paare erleichtern. (© dpa)
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"Man redet kaum darüber, aber in Wahrheit kennen die allermeisten Menschen Freunde oder Verwandte, die dieses Pech haben", sagte Schröder der Süddeutschen Zeitung. "Diese Menschen leiden zumeist sehr darunter und werden oft ein zweites Mal schwer getroffen, weil sie schnell mit einem pauschalen Hedonismusvorwurf belegt werden." Deshalb wolle sie der Entwicklung etwas entgegensetzen. "Wir überschätzen maßlos die Zahl derer, die wirklich keine Kinder wollen."
Jedes zehnte Paar ist ungewollt kinderlos
Tatsächlich sei eine sehr große Gruppe der Kinderlosen verzweifelt und habe es verdient, dass sich die Politik ihrer besser annehme. Die Gründe für Kinderlosigkeit seien sicher unterschiedlich: So spiele der innere Konflikt zwischen Karriere und Familie genauso eine Rolle wie in anderen Fällen der fehlende Partner. Immer häufiger aber gebe es durch gravierende Umwelteinflüsse und eine immer spätere Familiengründung medizinische Probleme. Zahlen des Familienministeriums zufolge ist beinahe jedes zehnte Paar zwischen 25 und 59 ungewollt kinderlos und auf medizinische Hilfe angewiesen.
Nach Schröders Vorstellung muss sich vor allem an zwei Stellen etwas bewegen: bei den finanziellen Hilfen für eine künstliche Befruchtung und bei der Möglichkeit von Adoptionen. "Ich finde es unerträglich, wenn Kinderwünsche am Geld scheitern", sagte die Ministerin.
Die Politik rede unentwegt über die demographischen Veränderungen und die Nöte durch sinkende Geburtenzahlen. Wer dies ernst nehme, müsse gerade auch jenen Paaren mehr helfen, die auf natürlichem Wege keine Kinder bekommen könnten. "Ich erhalte viele Briefe von Paaren, die mir schildern, wie sie sich das Geld für die medizinische Hilfe mühsam zusammensparen, dann verzweifeln, wenn es nicht klappt, wieder anfangen zu sparen - und das mit dem Druck der tickenden biologischen Uhr."
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Müll an der Isar
Wir sind ein ungewollt kinderloses Paar und kämpfen seit vier Jahren darum, ein Kind zu bekommen. Wir sind beide nicht besonders alt und kerngesund. Denoch kam es nie zu einer Schwangerschaft. Nach einem kräfteraubenden Marathon von ca. 80 Arztbesuchen und vielen schmerzhaften Untersuchungen ließ sich das biologische Hindernis zum Glück identifizieren. Wir wissen nun, dass wir auf die Methode der künstlichen Befruchtung angewiesen sind.
Laut unseren Ärzten haben wir eine sehr gute Prognose.
Dies macht aber die Finanzierung der Versuche keineswegs leichter!
Leider ist es so, dass ungewollt Kinderlosen von ihrer sozialen Umwelt in ihrem Leid nicht wahrgenommen werden. Auch die Politik hat sich nie für die Betroffenen interessiert.
Es scheint für erschreckend viele Menschen eine Selbstverständlichkeit zu sein, dass jede Frau mit Kinderwunsch, mühelos Kinder bekommen kann. Genauso scheint es für erschreckend viele Menschen selbstverständlich zu sein, dass jede kinderlose Frau sich absichtlich gegen Kinder entschieden hat!
Vielen Dank Frau Schröder, dass Sie dieses Leid wahrnehmen! Danke, dass sich dafür engagieren, den sehr schwiergen Weg zum eigenen Kind etwas leichter zu machen!
Wir wollen den Kindern das nicht antun, sie in den Rachen dieses Staates zu schieben. Eines Staates, der spätestens 2050 eine Minitürkei darstellen wird mit über 50 % Mohammedaner, nur mit einem geringeren Pro-Kopf-Einkommen als dort.
Weil deren unterste, bildungsfernen Schichten ihre neue Heimat in Deutschland fanden und die Intelligenteren in der Türkei blieben und ihr Land, entlastet von den "Fußkranken", dort gut aufbauten.
Ich kann hier nur aus emienm persönlichen Umkreis berichten, und das ist ein Einzelfall und daher nicht repräsentativ:
Ein bekanntes Paar mit Kinderwunsch, bei dem beim Mann Spermienmangel diagnostiziert wurde. Sie haben alles mögliche versucht, inklusive aufreibende und teilweise nicht ganz unbedenkliche Hormonbehandlungen bis der Mann seine Frau anflehte, dass man es gut sein lasse.
Sie hatten sich auch damit abgefunden kinderlos zu bleben.
Nach dem dritten Kind - das dann überhautp nicht mehr geplant war, ließ er sich sterilisieren.
Das ist der extremste Fall den ich kenne, aber ähnliche sind mir zur Genüge bekannt.
Gruß vom Kauz01
... wenn die körperlichen Voraussetzungen nicht gegeben sind? Wenn Mann zu wenig Spermien produziert und/oder Frau verschlossene Eileiter hat.
Es mag sein, dass viele Paare ihren Kinderwunsch nach hinten verschieben. Aber man sollte nicht verkennen, dass es auch viele Paare gibt, die über ihren Kinderwunsch und ihre verzweifelten Bemühungen endlich ein Kind zu bekommen, nicht sprechen. Der eigene unerfüllte Kinderwunsch ist etwas sehr privates und sehr intimes. Es tut unendlich weh, wenn sich das "natürlichste der Welt" einfach nicht einstellen will.
Unsensible Kommentare wie "Fahrt mal in den Urlaub", "Entspannt euch" usw. machen die Lage nicht leichter, das Abgestempelt werden als Karrierefrau ebenso wenig. Wenn sich schon der sehnlichste Wunsch nicht erfüllt, muss man wenigstens auf anderer Ebene Erfolg haben, z.B. im Beruf.
Wer diese Situation durchlebt hat, wer weiß, wie anstrengend und unromantisch PNP (GV nach Plan) ist, wie unangenehm die vielen Untersuchungen sind, die - meist Frau - über sich ergehen lassen muss, bis vielleicht endlich eine gesicherte Diagnose im Raum steht, wer weiß, wie sich die monatliche Enttäuschung anfühlt, wer weiß, wie anstrengend, physisch und psychisch die künstliche Befruchtung ist, der würde sich diese wenig hilfreichen Kommentare sparen.
Und gucken Sie sich mal die Kinderwunschpraxen an, da sitzen nicht nur Frauen kurz vor der Menopause, ganz im Gegenteil, viele sind erst um die 30 oder jünger.
Dass sich viele Paare die Behandlungen nicht leisten können, ist schon heftig. Bei diesen Paaren handelt es sich in der Regel nicht nur um Hartz IV-Empfänger, sondern um Menschen, die beide im Berufsleben stehen, aber es sich eben nicht leisten können, mal eben so 2.500€ für die Behandlung auszugeben, zumal es leider selten bei nur einer Behandlung bleibt. Spätestens wenn die drei von der KK unterstützten Versuche verbraucht sind, wird es richtig teuer. Und das Ganze ohne Erfolgsgarantie.
Natürlich kosten auch Kinder im Unterhalt, aber dafür zahle ich deutlich lieber als für ihre Entstehung.
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