Emnid-Umfrage Jeder zweite Deutsche hat Angst vor Nato-Krieg mit Russland

  • Viele Deutsche haben Angst davor, dass der Ukraine-Konflikt sich in einen größeren Krieg ausweiten könnte: zwischen Russland und den Nato-Staaten.
  • Angela Merkel und François Hollande werden am Sonntag eine Telefon-Konferenz mit Putin führen und über die Zukunft der Region diskutieren.
  • Der Bundeswehrverband fordert eine bessere Ausstattung der Bundeswehr.

Deutsche fürchten Krieg zwischen Russland und der Nato

Es ist die Sorge vieler Deutscher: Der Ukraine-Konflikt könnte sich zu einem größeren Krieg ausweiten. Nach einer Emnid-Umfrage im Auftrag der Bild am Sonntag glaubt fast die Hälfte der Bundesbürger, "dass der Konflikt zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der Nato führen wird", so die Zeitung. Aus derselben Umfrage gehe hervor, dass 81 Prozent Waffenlieferungen der Nato an die Ukraine ablehnen.

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Telefonkonferenz zwischen Merkel, Putin und Hollande

Angela Merkel und François Hollande wollen am Sonntag in einer Telefonkonferenz mit Putin über die Zukunft der Region diskutieren. Umstritten sollen dabei zwei Punkte sein: Einerseits die genaue Festlegung des Territoriums, das die Separatisten kontrollieren sollen und andererseits der Fortbestand des Minsker Protokolls vom September, das alle Konfliktparteien unterzeichnet hatten. Merkel sprach in ihrer Rede in München davon, das Abkommen "mit Leben zu erfüllen" und nannte die Erfolgschancen "ungewiss". In Verhandlungskreisen hieß es, das Abkommen "sei die Basis" für einen Waffenstillstand.

Steinmeier hofft auf Vernunft

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier warnt vor einer Ausweitung der Krise. In einem Interview mit den Tagesthemen sagte er, er glaube, dass sich die Zukunft des Ukraine-Konflikts in den kommenden drei Tagen entscheiden wird. Eine politische Lösung zu finden, sei der einzige Weg. "Wir hoffen, dass Vernunft einkehrt bei denjenigen, die bisher nicht willens waren, den Waffenstillstand Platz greifen zu lassen", sagte Steinmeier.

Bundeswehr-Verband fordert bessere Ausstattung

Angesichts der Zuspitzung der Ukraine-Krise hat der Bundeswehrverband eine bessere Ausstattung der Truppe für den Ernstfall angemahnt. "Wer den Frieden will, muss auf den Krieg vorbereitet sein", sagte der Verbandsvorsitzende André Wüster. Er teile allerdings uneingeschränkt die Auffassung der Bundesregierung, dass der Konflikt zwischen den prorussischen Separatisten und der ukrainischen Führung nicht durch militärische Intervention gelöst werden könne.