Eineinhalb Jahre nach Katastrophe von Fukushima Japan steigt aus der Kernkraft aus

Reaktion auf die Reaktorkatastrophe von Fukushima-1: Japan hat den Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen. Neue Atomkraftwerke dürfen nicht mehr gebaut werden - bis die alten Meiler endgültig vom Netz gehen, dauert es jedoch noch mehrere Jahrzehnte.

Japan will bis zum Jahr 2040 schrittweise aus der Atomenergie aussteigen. Sie wolle "alle möglichen Maßnahmen" ergreifen, um dieses Ziel zu erreichen, teilte die Regierung in Tokio mit. Mit dem Beschluss folgt Japan eineinhalb Jahre nach der verheerenden Reaktorkatastrophe in Fukushima-1 im Nordosten des Landes dem Beispiel Deutschlands, wo die Bundesregierung kurz nach dem Unglück die Abschaltung aller Atomkraftwerke bis zum Jahr 2022 beschloss.

Die Atomkraftgegner haben ihr Ziel erreicht: Japan folgt dem Beispiel Deutschlands und steigt aus der Kernenergie aus.

(Foto: dpa)

Die Regierung von Ministerpräsident Yoshihiko Noda erklärte, es dürften keine neuen Atommeiler gebaut werden. Bestehende Reaktoren hingegen, die die neue Regulierungsbehörde für sicher halte, sollten wieder hochgefahren werden können. Atomkraftwerke müssten nach 40 Jahren Betriebsdauer vom Netz gehen. Die Regierung will zudem den Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtversorgung bis 2030 auf 30 Prozent hochfahren. Zudem soll der Stromverbrauch insgesamt vom Niveau des Jahres 2010 bis 2030 um zehn Prozent gesenkt werden.

In Japan formierte sich seit der Katastrophe im AKW Fukushima-1 zunehmend Widerstand gegen die Atomkraft. Nach dem durch ein Erdbeben und einen anschließenden Tsunami ausgelösten Atomunglück waren im März 2011 alle weiteren Atomkraftwerke des Landes zu Sicherheitsüberprüfungen abgeschaltet worden. Derzeit sind nur zwei der 54 Reaktoren in Betrieb. Der Ausstieg hat in dem Land größere Ausmaße als in Deutschland, weil bis zu dem Unglück in Fukushima-Daiichi etwa 30 Prozent der Energie aus Atomkraftwerken stammte.