Edathy-Ausschuss 16.29 Uhr statt 15.29 Uhr

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann war durch unklare zeitliche Abläufe belastet worden. Nun ist klar: es lag an der Sommerzeit.

Von Thorsten Denkler, Berlin

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann scheint an diesem Mittwoch entspannter in die zweite Runde seiner Vernehmung vor dem Edathy-Ausschuss des Bundestages gehen zu können. Er war zuvor durch unklare zeitliche Abläufe belastet worden.

Oppermann war am 17. Oktober von SPD-Chef Sigmar Gabriel über den Fall Sebastian Edathy unterrichtet worden. Es stand der Verdacht auf Besitz von Kinderpornografie im Raum. Oppermann hat nach eigenen Angaben kurz danach mit dem damaligen Chef des Bundeskriminalamts, Jörg Ziercke, in der Sache telefoniert. Bisher schien der Zeitpunkt des Telefonats nach Recherchen eines BKA-Mitarbeiters exakt festzustehen, nämlich 15.29 Uhr. Das kollidiert mit der Aussage von Gabriel, er habe zunächst gegen 15.15 Uhr den damaligen Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier informiert. Danach stand eine Pressekonferenz an. Erst im Anschluss habe er Oppermann eingeweiht. Das Rätsel ist jetzt wohl gelöst, wie aus einem Schreiben aus dem Innenministerium an den Ausschuss hervorgeht. Im Display des Telefons würden auch archivierte Zeitangaben von Sommer- auf Winterzeit umgestellt, heißt es. Das Telefonat sei erst im Februar 2014, zur Winterzeit, mit der Uhrzeit 15.29 Uhr im Telefondisplay angezeigt worden. Das Telefonat, geführt in der Sommerzeit, habe also erst um 16.29 Uhr stattgefunden. Dieses Prüfergebnis habe der Hersteller des Telefons bestätigt.