Vorratsdatenspeicherung - rechtens oder grundgesetzwidrig? In der Montagsfrage antworten Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau von der Linken, FDP-Staatssekretär Max Stadler und Bürgerrechtler Rainer Eppelmann.
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Seit einiger Zeit macht das Schlagwort "Stasi 2.0" die Runde. Kritiker vergleichen die heutige Sicherheitspolitik mit dem Überwachungsapparat der DDR. Ist dieser Vergleich in Zeiten von Vorratsdatenspeicherung und Überwachungskameras gerechtfertigt?
"Nein", sagt Ex-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann. "Als ehemaliger DDR-Bürger, der Jahre seines Lebens von 43 IMs ausspioniert worden ist, muss ich sagen: Wir leben heute nicht im Überwachungsstaat."
Auch Petra Pau (Die Linke) lässt die Bezeichnung 'Überwachungsstaat' nicht gelten. "Wir erleben seit Jahren den Umbau des demokratisch verfassten Rechtsstaates in einen präventiven Sicherheitsstaat", so die Bundestagsvizepräsidentin. Sie steht der "unbändigen Datensammelwut von Staats wegen aber auch von privat" sehr skeptisch gegenüber. "Die Illusion, wenn man alles über jemanden weiß, könnte man damit vorbeugen, falls jemand kriminelle Neigungen entwickelt, die macht mir schon ein wenig Angst."
"Man fühlt sich selbst schon von den staatlichen Maßnahmen betroffen" erklärt Max Stadler, Staatssekretär im Bundesjustizministerium. "Wobei sich dieses Gefühl unterschiedlich auswirkt. Beispielsweise ist meine Beobachtung, dass Videokameras auf öffentlichen Plätzen mittlerweile fast zum Alltag gehören und sich die Menschen sehr stark daran gewöhnt haben." Am Telefon jedoch sei er heute vorsichtiger, gibt der FDP-Politiker zu: "Man überlegt sich schon manchmal, was man am Telefon bespricht, mit wem man kommuniziert, ob man nicht lieber manche Gespräche in einer persönlichen Begegnung führt statt am Telefon."
Sorgloser ist da Rainer Eppelmann: "Mir fällt nichts ein, was mir da peinlich wäre, mit wem ich in den letzten Monaten telefoniert habe. Aber wenn ich es rauskriegen würde, dass mich jemand überwacht, würde ich fragen: Warum macht der das?"
Petra Pau erklärt, dass sie nicht bei jedem Telefonat daran denke, "dass jetzt Herr de Maizière abspeichern lässt, wer mich gerade angerufen hat, oder wen ich anrufe. Aber ich finde das schon ziemlich dreist, dass hier die Beweislast umgekehrt wird und jeder Bürger erst mal von vornherein wie ein potentieller Terrorist oder Verbrecher behandelt wird."
Dass die Debatte um die Vorratsdatenspeicherung in den nächsten Tagen neuen Aufwind bekommen könnte, zeichnet sich auch in der Montagsfrage ab. Max Stadler bestätigt: "Die konkrete Forderung der FDP und auch von mir geht dahin, die Vorratsdatenspeicherung wieder ganz abzuschaffen."
Und Petra Pau erwartet im Umfeld des 15. Dezember, an dem das Bundesverfassungsgericht über Verfassungsbeschwerden gegen die Vorratsdatenspeicherung verhandelt, "dass Bürgerinnen und Bürger, auch souverän auf die Straße gehen."
Die Montagsfrage wird präsentiert von www.planet-interview.de (Portal für Interviews.)
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So ganz stimmt Ihre Geschichte ja nicht (es sei denn, Sie gehen davon aus, dass mehr gespeichert wird als gesetzlich vorgesehen).
Erstens speichert nicht der Staat, sondern die Telekommonikationsunternehmen. Die Unternehmen können die Daten unter bestimmten Umständen an den Staat weiter geben. Der Staat weiß aber erst mal nichts davon.
Zweitens wird der Inhalt der SMS nicht gespeichert, sondern nur die Kommunikationsdaten (von wem an wen, von welcher Zelle an welche; Zelle ist der Ausdruck für den Bereich, der jeweils von einem Mobildfunksender versorgt wird).
Im Zweifel weiß also T-Mobile (oder wer auch immer), dass von der Nummer 017 XXXX, angemeldet in der Zelle X (die ca. 1 km2 in der Innnenstadt von München umfasst) eine SMS um 12.00 am 30.11 an die Nummer 017 XXXX verschickt wurde. Den Inhalt kennen sie und Ihre Gattin.
Das ist vielleicht schlimm genug, entspricht aber nicht dem von Ihnen genannten Szenario.
Zitat aus dem Video:
Max Stadler Da überlegt man sich schon manchmal, was man am Telefon bespricht und mit wem man kommuniziert, ob man nicht manches Gespräch besser persönlich führt
Meiner Meinung nach, hat man doch solche Überbelegungen nur dann, wenn man überwacht, Herr Stadler (FDP).
In diesem Fall kann es nur eine klare Antwort geben für FDP. Nämlich ein klares Nein zu den zahlreichen Bürgerüberwachungsgesetzten die die CDU/CSU mit der neoliberalen SPD beschlossen hat.
Ich sende meiner Frau eine liebevolle SMS.
Der Staat zeichnet auf: am um sendete im Buchladen Marienplatz, München, folgende Nachricht an , im Vorlesungsraum folgende Nachricht: .
Und das wird gespeichert. Angeblich nur 6 Monate lang. Um uns, ähm, tja, äh, ach ja: um uns vor den bööööösen Terroristen und Kinderschändern zu schützen.
Ich soll mich nicht überwacht fühlen?
PS: Ich garantiere, dass diese Nachricht auch vom Staat aufgezeichnet wird, alleine wegen dem bööööösem Schlüsselwort darin...
Es ist eine Schande, dass so eine SED-Hörige als Präsidentin im Bundestag sitzt. Genau so hätte man auch Honecker fragen können, ob er die Mauer zur Erhaltung der Demokratie in der DDR für richtig hält.
Frau Pau - die ein Studium an der Parteihochschule "Karl Marx" abgeschlossen hat, also mit Sicherheit eine 120 %-ige SED-lerin war - zum Thema Überwachungsstaat zu fragen.
Wird dann bald John Demjanjuk gefragt, wie der Strafvollzug in der BRD so ist?
Paging