Richtungskampf auf dem Parteitag: Die Fatah will sich modernisieren, aber ihre Führung verhindert jede Reform. Mahmud Abbas geht den Weg des geringsten Widerstandes.
Bilder sagen oft mehr als Worte. Der Saal in Bethlehem, in dem die palästinensische Fatah ihren Parteitag abhält, ist mit Fotos des früheren Präsidenten Jassir Arafat geschmückt. Arafat hatte es zwar geschafft, in mehr als 40 Jahren als Fatah-Chef das Staatsstreben der Palästinenser zum Anliegen der internationalen Gemeinschaft zu machen. Aber die Staatsbildung ist dann an ihm gescheitert.
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Der frühere Präsident Jassir Arafat wird noch immer verehrt. (© Foto: AP)
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Unvergessen bleiben die Bilder, wie Arafat sich im Gaza-Streifen feiern ließ, als er 2000 von Camp David zurückkehrte. Feiern dafür, dass er den Friedensgipfel, auf dem ihm Israel weitreichende Angebote gemacht hatte, platzen ließ. Man fragt sich, welche Botschaft Fotos aussenden sollen, die einen Mann zeigen, der Selbstmordanschläge als Märtyrertum verklärt und nie über die Konturen eines Palästinenserstaates geredet hat.
Ein anderes Bild, das Bände spricht, hing am Dienstag großformatig hinter Präsident Machmud Abbas, als er seine Rede hielt. Es zeigte einen jungen Palästinenser mit einer Maschinenpistole. Zwei Intifadas haben die Palästinenser hinter sich, aber die Besatzung hat das nicht beenden können. Das Westjordanland ist trotz - oder gerade wegen - der Palästinensergewalt mit jüdischen Siedlungen und einer monströsen Trennanlage zugebaut und ächzt im Würgegriff der israelischen Armee.
Fatah will sich modernisieren
Die verstaubte und in Vetternwirtschaft verwickelte Fatah-Partei will sich auf dem Parteitag verjüngen und Eindruck schinden bei der neuen US-Regierung als demokratische Alternative zu der radikal-islamischen Hamas. Zwanzig Jahre lang haben Fatah-Veteranen verhindern können, dass die Parteimitglieder sich treffen. Doch nun, da die Gelegenheit zur Modernisierung gekommen wäre, sprechen das Konterfei des autokratischen Arafat und das Bild eines Maschinengewehrs. Mit Demokratie hat das wenig zu tun, eher mit der alten Fatah, die Angst hat vor Vertretern der jüngeren Generation wie etwa Marwan Barguti. Der will Transparenz in die verstaubten Strukturen bringen.
Und Fatah-Chef Abbas? Reist viel und ist kaum zu Hause, wo man ihn braucht, hat Bethlehem mit Postern von vorgestern plakatiert und sich viel Zeit gelassen mit einer richtungweisenden Rede. US-Präsident Barack Obama war ihm zuvorgekommen in Kairo, wo er für einen Neuanfang in den Beziehungen zwischen den arabischen Staaten und den USA plädierte. Kurz danach traute sich dann auch Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, erstmals das Wort von der Zwei-Staaten-Lösung auszusprechen.
Nichts Neues von Abbas
Mit einer zwei Stunden langen Rede hat Abbas jetzt den Parteitag in Bethlehem eröffnet. Aber etwas Neues, Wegweisendes war nicht zu vernehmen. Abbas geht den Weg des geringsten Widerstandes. Vor ihm saßen 2000 Delegierte, von denen nicht wenige eine neue Partei ohne Korruption wollen. Doch anstatt sich mit allem Gewicht hinter die Reformbestrebungen zu stellen und die Partei auf eine Verjüngung einzustimmen, begnügte sich der mit 74 Jahren greise Abbas auf den gemeinsamen Nenner und schimpfte auf die israelische Besatzung.
Abbas verlor kein einziges Wort über das Kernproblem der Palästinenser: Wie soll denn überhaupt ein künftiger Palästinenserstaat ausschauen? Soll er demokratisch sein? Wie wäre das Bildungssystem zu organisieren? Welche Gesetze würden gelten? Gäbe es eine Verfassung?
Fatah leckt ihre Wunden
Auf all diese Fragen gibt es keine Antwort; weder Abbas noch seine treuen Fatah-Funktionäre verlieren bis heute darüber öffentlich ein Wort. Stattdessen leckt die Fatah ihre Wunden, die sie sich in den Parlamentswahlen vor drei Jahren und im Machtkampf mit der Hamas um den Gaza-Streifen vor zwei Jahren zugezogen hat. Anstatt die Niederlagen zu nutzen und die in rund zehn Gruppen zersplitterte Partei auf eine moderne Linie einzuschwören, anstatt sich für die nächsten Parlaments- und Präsidentenwahlen im Januar als glaubwürdige Alternative zu präsentieren, schaut die Fatah nur zurück. Sie ist die alte geblieben.
Abbas droht, er werde die Friedensgespräche mit Israel nur dann fortsetzen, wenn der Siedlungsbau gestoppt werde. Das ist einfallslos. Im neuen US-Präsidenten haben die Palästinenser erstmals seit acht Jahren wieder einen stillen Verbündeten, der Israel-Kritik und selbst Sanktionen nicht scheut. Gerade jetzt müssten die Palästinenser Netanjahus rechte Regierung zu Friedensgesprächen zwingen. Internationale Hilfe wäre ihnen gewiss. So aber vergeben sie die Chance, indem sie auf Gewalt schwören und Arafat glorifizieren.
Anstatt alle paar Tage in die Hauptstädte der Welt zu fliegen, sollte Abbas sich darum kümmern, den Bruderkampf zwischen seiner Fatah und der Hamas beizulegen. Selbst Hamas ist die Isolation leid - die Signale sind unübersehbar. Seit Monaten landen keine Raketen mehr in Israel. Hamas-Führer Khaled Meschaal äußerte sich überraschend zahm: Hamas werde einer Zwei-Staaten-Lösung mit Israel in den Grenzen von 1967 zustimmen und sei bereit, "jeden amerikanischen, internationalen oder regionalen Versuch zu unterstützen, um eine gerechte Lösung für den arabisch-israelischen Konflikt zu finden". Man könnte glauben, da spricht Abbas, nicht die Hamas.
Erst im eiskalten Nordschweden endete die Flucht der Familie al-Labwani aus Syrien. Via Internet unterstützt sie von hier aus den Widerstand in der Heimat. Eine Abenteuergeschichte. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 6.8.2009/vw)
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Thorsten Schmitz findet bemerkenswert, daß die Fatah "ganz die alte" zu sein scheint. Aber wie ist es mit ihrem Gegenspieler, dem noch viel älteren Zionismus? Schmitz hält nicht viel von Gerechtigkeit, sondern ergreift Partei. "Israel" habe Arafat "weitreichende Angebote" gemacht, aber der ließ den "Friedensgipfel" (Camp David 2000) "platzen".
Da gäbe es aber noch andere Vorwürfe, z.B. an die UNO, die 1947 einen völlig ungerechten Teilungsplan ausheckte und zuließ, daß die Zionisten über die Ablehnung der Araber einfach hinweggingen, statt neu zu verhandeln. Schlimmer noch, man ließ die jüdischen Terroristen gewähren, die noch vor der Verkündung de Teilungsplans begannen, die Araber aus dem für den jüdischen Teil Palästinas vorgesehenen Gebiet brutal zu vertreiben.
"Der Zionismus ist das Problem: seine Beseitigung ist die Voraussetzung für Frieden im Nahen Osten; sie ist die Vorbedingung für eine jüdisch-arabische Versöhnung." (John Rose, jüdisch- britischer Sozialist). Eine Anregung für Th. Schmitz.
Die Frage ist, wohin diese Argumentation führen will.
Das betreffende Territorium war vor 1918 ein unter osmanischer Verwaltung stehender dünn besiedelter Landstrich (ca. 700.000 Einwohner auf 115.000 qkm). Palästina war seit jeher entweder fremdbesetzt oder in kleine Reiche unterteilt, jedoch nie ein eigenständiges Staatsgebilde. Vor allem auf Initiative des US-Präsidenten Wilson verzichteten die Siegermächte des WK 1 auf Gebietsgewinne; allerdings gab es auch kein Volk, dem man die Gebiete hätte "zurückgeben" können.
Daher wurde u.a. Palästina unter die Kontrolle des Völkerbundes gestellt, der den Briten das Verwaltungsmandat übertrug. Mittleres Ziel war es, eine unabhängige Nation zu gründen - in Palästina entsprechend der Versprechungen der Briten im Krieg, einerseits einen arabischen Staat (als Dank für die Unterstützung im Kampf gegen die Osmanen), andererseits eine jüdische Heimstätte - entsprechend der Balfour-Deklaration.
Nun zitieren Sie hier eine Passage aus der Deklaration, die suggerieren möchte, dass die Zionisten diese Bedingungen nicht erfüllten. So einfach ist das jedoch nicht. Die britischen Pläne stiessen bei vielen arabischen Organisationen auf erbitterten Widerstand. Es kam ab 1920 zu teils massiven antijüdischen Ausschreitungen. Die Juden wurden als Kollaborateure und Profiteure der Briten betrachtet. Auch deshalb, weil der britische Hochkommissar "unglücklich" agierte, um nicht zu sagen: unehrlich.
De facto wurde das durch den Völkerbund verwaltete Territorium 1922 in zwei Teile aufgeteilt - die 78% umfassenden Gebiete östlich des Jordan als arabisches Palästina (mit dem Namen Transjordanien) und die 22% westlich des Jordans für die jüdischen Einwanderer (Cisjordanien).
Auf die nicht-arabische Herkunft der jüdischen Einwanderer abzustellen hilft mE einer argumentativen Lösungsfindung nicht. Ungefähr im gleichen Zeitraum waren die großen Einwanderungswellen in die USA zu verzeichnen. Heute käme niemand ernsthaft auf die Idee, die heutige Ausprägung der USA zugunsten eines "indianisch" dominierten Staates in Frage zu stellen.
Der heutige Nahost-Konflikt hat seine Wurzeln in dieser Zeit. Heute stehen die Parteien vor der Herausforderung, die über die Jahrzehnte immer tiefer gewordenen Gräben zu überwinden - eine schwierige Aufgabe, vor allem angesichts der Tatsache, dass sich in der Vergangenheit keine der Parteien sonderlich Mühe gab, auf den "Feind" zuzugehen.
Eins noch:
In ihrer sehr amüsanten auflistung haben Sie vergessen zu erwähnen, das trotz Besatzer immer Palästinenser in Palästina gelebt haben. Ups Ich muss mich beim schmunzeln erwischen- Palästinenser in Palästina, wie kommt man bloss darauf.
Wenn ich Ihre Theorie verstanden haben sollte, wollen Sie sagen das der besetzte Irak also Heute Amerika 2 und Afghanistan Amerika 3 sind. Des weiteren schreiben so als hätten die Palästinenser dort nichts zu suchen weil eben Griechen, Römer, Türken, Europäer1 - Kreuzritter- Europäer2 - Engländer usw und nun eben Europäer 3 dort sind.
Das Sie dann auch noch Balfour-Deklaration ansprechen. Wow ich bin beeindruckt. Die Zionistische Bewegung pur, wenn Sie aber mit der Balfour-Deklaration kommen sollten Sie auch erwähnen das genau diese Deklaration / erst Argentinien oder Äthiopien als Heimstädte der Juden vor sah. Nur war es schier unmöglich die Juden dort hinzubringen, also erklärte die Balfour-Deklaration Palästina als Ziel der Begierde. Und so kam es das man den Menschen erklärte, weil dort vor 2000 Jahren es für den Zeitraum von 30 Jahren eine Heimstädte der Juden existierte , das sie Heim kommen sollen. Also bitte nicht Balfour als Grundstein der Diskussion nehmen: Vielleicht kennen Sie Ja auch den Satz / ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land " den schrieb Balfour und meinte Palästina damit. Weil ja die Palästinenser keine Menschen sind und Palästina leer war....
Sie sollten keine Geschichtefälschung betreiben.!
Erstens lebten in Palästina, Kanaien und Philister beides vorfahren der jetzigen Palästinenser, Juden gab es auch allerdings waren es Araber Palästinenser jüdischen Glaubens. Die Abbspaltung und Trennung vollzogen die Zionisten unter denen auch arabische Juden litten und leiden.
Nur für die Allgemeinbildung: Jude sein bedeutet nicht Zionist oder Israeli sein, nein das ist lediglich eine Religion oder sind alle Christen Römer und Moslems Araber. ... soviel dazu.
Dess weiteren besetzten die Briten damals Palästina, dass zu damaligen zeit noch Teile Syrien, Libanon und komplett Jordanien betrug... also wenn Sie von Palästina vor 2000 Jahren sprechen. Dürfen Sie nicht von dem heutigem Israel ausgehen nein das war nur ein kleiner Teil eines riesigen Palästina. Das schon seit jeher von Arabern besiedelt war. Sie hießen Sarazehen, Kanaien, Philister, Ägypter, Mauren, Mamelouken, Semiten usw.. Sie waren Moslems, Christen, Juden, hatten götter, Drusen, usw... das ändert aber nichts daran das es Araber waren....
Naja man kann sich die Geschichte orange färben, blau, rot aber sie bleibt was sie ist." Eine Farbe".
3ter Versuch es ins Netz zu stellen:
Wow, heute uebertreffen Sie sich selbst:
1. Natürlich ist es wenig hilfreich, wenn man Arafat vergiftet und dann rumjammert, dass jetzt keiner mehr zum reden da sei.
Verschwoerung ist nun man Ihr Hobby oder. Hier ein Link aus der Haaretz die Sie selbst als Quelle des oefteren benutzen: http://www.haaretz.com/hasen/spages/1105905.html
2. Sie schreiben: Von den Palästinensern wird ja auch verlangt, dass sie mit jedweder israelischen Regierung verhandeln. Egal ob das nun eindeutige Kriegsverbrecher sind oder nicht!
Wissen Sie was, Sie haben Recht. Frieden macht man mit seinen Feinden. Aber:
3. Gleich im naechsten Absatz kommt: Wissen sie eigentlich, was sie von den Palsätinensern da erwarten, wenn sie fordern, dass sie mit einem nachweislichen Kriebsverbrecher, der ganz persönlich für Massaker verantwortlich ist wie Sharon sprechen sollen? Oder einem von den Briten gesuchten Terroristen wie Begin? Oder einem faschistoiden Rassisten wie Liebermann?
Und hier widersprechen Sie dem vorigen Absatz.
4. Die Hamas ist bereit einen Frieden mit israel in den Grenzen von 1967 zu schliessen, Diese Behauptung wurde Ihnen hier dutzendfach widerlegt, dadurch dann man Sie staendig wiederholt bekommt es nicht mehr Wert.
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