Ein Häuflein Zocker hat die deutschen Stromreserven bis an die Grenzen strapaziert, um den eigenen Profit zu steigern. Dabei ist noch nicht einmal klar, ob die Verursacher eines möglichen Blackouts haftbar zu machen wären. Viel verdienen, aber anderen das Risiko anlasten: Das ist wirklich perfide.
Die Arbitrage ist des Händlers Liebling: ein Gut billig irgendwo erwerben, es teuer woanders weiterverkaufen - so machen Profis Millionen. Ganz offensichtlich funktioniert das auch am Strommarkt.
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Wie es aussieht, haben findige Händler den Strom billiger eingekauft, als sie ihn anschließend weiterreichten. Ach ja, und dazu bedienten sie sich aus den Reserven, die eigentlich für die Stabilität des Stromnetzes bereitstehen. So genau weiß man es beim Strom ja nie, wo er eigentlich herkommt.
Nur verbirgt sich hinter dem Gewinn einiger weniger allzu gern der Verlust der Massen. Vieles spricht dafür, dass ein Häuflein Stromzocker mit solchen Geschäften vorige Woche auch die Stabilität der deutschen Stromversorgung aufs Spiel gesetzt hat. Denn auch die schönste Reserve hilft nur so lange, wie sie nicht vollends ausgeschöpft ist; danach ist Schluss.
Viel verdienen, aber anderen das Risiko anlasten: Das ist wirklich perfide. Und dabei ist noch nicht einmal klar, ob die Verursacher eines solchen Blackouts haftbar zu machen sind, einen Präzedenzfall gibt es nicht. Es ist eine Lücke im System - aber eine, die ein Gemeinwesen nicht dulden kann.
Der Vorgang zeigt aber auch, wie wenig die einfachen Wahrheiten am europäischen Strommarkt noch taugen. Als in der vorigen Woche Reservekraftwerke einspringen mussten, galt das manchem schon als neuerlicher Beleg für die unabsehbaren Folgen des Atomausstiegs.
Nun zeigt sich, dass stattdessen dubiose Geschäfte die Reserven strapazierten. Mehr noch: Als vorige Woche in Frankreich Strom knapp wurde, schien über deutschen Solarzellen die Sonne. Ohne sie wären womöglich beim Nachbarn Lichter ausgegangen. Auch ohne Zocker.
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(SZ vom 17.02.2012/fran)
Hallo
Könnten Sie Ihrem "Designer" nicht beibringen, das auf einer Seite
jeweils nur noch ein Kommentar erscheint. Denn dann hätte ich noch mehr Ärger und könnte das Lesen ganz lassen.
( Schaut doch mal bei anderen Zeitungen rein ).
Gruß, Kraut
Zitat: "Ist doch eigentlich gar nicht sooo schwer..."
Stimmt, ist nicht so schwer:
Ganz egal, was nun im Detail wie genau abgelaufen ist, Tatsache ist doch, dass mit dem Abschalten von bis zu 8 AKWs in Deutschland die Kapazität, also das mögliche Angebot, signifikant gesunken ist.
Und knapperes Angebot bedeutet generell höhere Preise und/oder weniger Versorgungssicherheit, solange die Alternativen nicht hergestellt sind.
Ist doch eigentlich ganz einfach.
Damit will ich nicht gegen den Atomausstieg votieren. Aber gegen die Vorstellung, dass er folgenlos für uns sei.
und unser Ökostrom. Nein!! Es ist unser Kohle-Strom, der gewünscht wird!!
Zum Thema Atom-Anteil 75% gibt es ein paar keinere Probleme:
So z.B. dass AKWs Grundlastkraftwerke sind, d.h. Frankreich hat viele Grundlastkraftwerke, die teilweise am Wochende runtergefahren werden. In normaler Zeit stellen diese Grundlastkraftwerke eine Bereicherung unseres Marktes dar, verhindern sie doch, dass in deutschen Kohlekraftwerken Kohle verbrannt werden muss.
Problem an der Philosophie der Atom-Maximierung ist dass selten für Höchstanspannung gebaut wird, da sich dies nicht rechnet. Ein AKW zu bauen, was nur 2 Wochen im Jahr läuft, ist zu teuer.
Deshalb der Ausgleich der Spitzenlast über den europäischen Strommarkt. Unsere Wasserkraftwerke können z.B. Wasser sparen und billigen französchen Grundlaststrom importieren. Gibt es davon nicht genug, kann man die Wasser-Ressource nutzen.
Im Prinzip ist die Speicherthematik auch bei AKWs vorhanden - Strom wird zur falschen Zeit erzeugt.
Ich glaube, dass in Frankreich, aufgrund des super-billigen Stroms zuerst eine vernünftige Speicher-Technologie geschaffen wird, da der zu viele Atomstrom einfach so billig ist, dass sich die Geschichte mit der Speicherung rechnet.
Und wenn sich was rechnet brauchen wir keine Planwirtschaft, festgesetzte Preise und einen daraus resultierenden Einparteien-Staat.
Der Markt wird es regeln - einfach und dezentral - und so wie es in der Verfassung steht.
"Daran sind nicht die Händler schuld, sondern eine nicht ausreichende Kapazitäten, da die Energiewende ja ohne Abstimmung mit den die Franzosen gemacht wurde, die auf Import bei starken Frost angewiesen sind."
Ich lach mich schlapp, die Franzosen sind also mit ihren sagenhaften 75% Kernanteil auf unseren Ökostrom angewiesen. Und für Sie nochmal zum mitschreiben: Das waren keine normalen Händler sondern regionale Bereichsverantwortliche (die aber eben auch Strom handeln) und die haben offenbar bewusst eine zu NIEDRIGE Lastprognnose abgegeben. Aufgrund dieser Fehlmeldung haben dann die Versorger natürlich zu wenig Kapazität vorgehalten, weil die eben genausoviel Kapazität vorhalten wie es Prognose erfordert. Sie verstehen: kleine Prognose => wenig Reserven, große Prognose => viel Reserven. Ist doch eigentlich gar nicht sooo schwer...
hochgefahren wurden. Bei 380 EUR / MWh gab es jeden Grund dazu dies zu tun.
Vielleicht haben die Händler nur begriffen, dass der Preis von EUR 380 / MWh nur bei gegenwärtiger Nachfrage gilt, und der Preis ja auch so wie bei den Franzosen auf 1920 EUR / MWh gehen hätte können.
Daran sind nicht die Händler schuld, sondern eine nicht ausreichende Kapazitäten, da die Energiewende ja ohne Abstimmung mit den die Franzosen gemacht wurde, die auf Import bei starken Frost angewiesen sind.
Und was ist schlimm daran: In Frankreich sind 2 Kraftwerke ausgefallen (1 x Hydro + ein AKW), wieso also nicht auf die deutsche Reserve zugreifen?
Und das dann das Licht ausgeht wenn ein grosses deutsches Kraftwerk zusätzlich versagt, macht klar, dass es so halt nicht geht.
Wir leben in einer globalen Welt und das Energieproblem ist global.
Paging