Bürgerkrieg in Syrien Dutzende Zivilisten bei Luftangriff getötet

Anschlag in Syrien: Bei einem Luftangriff sollen Dutzende Menschen tetötet worden sein. Das Foto wurde von der Agentur dpa veröffentlicht - sie kann die Echtheit nicht bestätigen. 

(Foto: dpa)

In Syrien sollen mehrere Dutzend Menschen bei einem Luftangriff ums Leben gekommen sein. Die Getöteten hatten angeblich vor einer Bäckerei angestanden. Offenbar geht der Anschlag auf Machthaber Assad zurück.

In Syrien sollen bei einem Luftangriff Dutzende Menschen getötet worden sein. Das berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London. Die Agentur AFP spricht von mehr als 60 Toten, Reuters berichtet, es gebe Meldungen von bis zu 200 Toten. Zudem seien Dutzende Menschen verletzt worden.

Die getöteten Zivilisten sollen der Beobachtungsstelle zufolge in der Stadt Halfaja in der zentralsyrischen Provinz Hama vor einer Bäckerei Schlange gestanden haben. Angeblich warteten die Menschen vor der Bäckerei, weil in Halfaja durch Belagerung von Regierungstruppen ein Versorgungsengpass entstanden war. Nachdem die Einwohner tagelang kein Brot bekommen hatten, hätten sich am Sonntag viele vor der Bäckerei versammelt. Die Stadt ist vor kurzem von Rebellen eingenommen worden.

"Es gibt keinen Weg, wirklich herauszufinden, wie viele Menschen ums Leben gekommen sind. Als ich dort ankam, konnte ich Berge von Körpern überall auf dem Boden sehen. Dort lagen Frauen und Kinder", zitiert Reuters einen Aktivisten.

Das Rebellennetzwerk Lokale Koordinierungskomitees (LCC) bezeichnete den Anschlag als "Massaker", berichtet AFP. Unter den Todesopfern seien auch zahlreiche Frauen und Kinder. In einem Video, das Aufständische im Internet veröffentlichten, seien zahlreiche Leichen in den Trümmern eines Gebäudes zu sehen.

Ende August hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch den Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad vorgeworfen, innerhalb von drei Wochen allein in der nordsyrischen Provinz Aleppo mindestens zehn Bäckereien bombardiert zu haben. Dabei seien viele Menschen getötet worden, allein 60 bei einem Bombardement in der Stadt Aleppo Mitte August.

Linktipp: Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London ist eine der wichtigsten Quellen im unübersichtlichen Bürgerkrieg Syriens. Jonas Schaible hat genauer hingesehen - und ist auf ein kompliziertes Geflecht ominöser Nachrichten-Protokollanten gestoßen.