Bombenanschläge in Syrien Mindestens 120 Tote bei Anschlägen in Homs und Damaskus

Syrische Sicherheitskräfte untersuchen einen Krater am Ort der Detonationen in Homs.

(Foto: AFP)
  • Bei einem Doppelanschlag in einem mehrheitlich von Alawiten bewohnten Teil der syrischen Stadt Homs sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 59 Menschen getötet worden.
  • Am Nachmittag verübten Unbekannte einen weiteren Anschlag auf ein schiitisches Heiligtum in einem Vorort von Damaskus. Mindestens 62 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein.
  • Die Dschihadistenmiliz IS hat sich zu den Taten bekannt.

Bei zwei koordinierten Bombenanschlägen in der syrischen Stadt Homs sind am Sonntag mindestens 59 Menschen getötet worden. Das berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bei der Detonation zweier Autobomben in dem von Regierungstruppen kontrollierten Stadtbezirk Sahra seien auch mindestens 100 Menschen verletzt worden.

Bei den meisten Opfern handle es sich allem Anschein nach um Zivilisten. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana hatte zunächst von mindestens 14 Toten berichtet. Fernsehbilder verorten die Explosionen in einem vor allem von der religiösen Minderheit der Alawiten bewohnten Stadtteil, zu der auch der syrische Präsident Baschar al-Assaad gehört.

Zu der Tat hat sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt. Die einstige Rebellenhochburg Homs wird großteils von syrischen Regierungstruppen kontrolliert. In der Stadt gibt es häufig Anschläge. Im Januar wurden bei einem Doppelanschlag durch den IS mehr als 20 Menschen getötet.

Anschlag in Damaskus

Bei einer weiteren Anschlagsserie in der Nähe eines schiitischen Heiligtums in einem südlichen Vorort von Damaskus sind nach Angaben des staatlichen Fernsehens mindestens 50 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet von mindestens 62 Getöteten. Die Anschläge ereigneten sich demnach in der Nähe des schiitischen Schreins von Sajjida Seinab. Hier soll eine Autobombe explodiert sein, zudem hätten sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Auch für diese Tat übernahm der IS die Verantwortung.

Erst Ende Januar waren bei einem Anschlag an dem schiitischen Schrein mehr als 70 Menschen getötet worden. Zu der damaligen Tat bekannte sich die sunnitische Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Die Sajjida-Seinab-Moschee beherbergt das Grab einer Enkelin des Propheten Mohammed und ist eine wichtige Pilgerstätte schiitischer Muslime.