Bombenanschläge in Syrien Dutzende Menschen sterben bei Explosionen

Mehrere Sprengsätze explodierten am Morgen in Dscharamana, einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus.

(Foto: dpa)

Eine Serie von Sprengstoffanschlägen hat einen Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus erschüttert: In Dscharamana sind mehrere Sprengsätze explodiert. Dutzende Menschen sterben. Viele sind schwer verletzt.

In einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am Mittwoch bei Bombenanschlägen vermutlich mehr als 30 Menschen getötet worden. Am Morgen war zunächst von mindestens 20 Toten die Rede. Das syrische Staatsfernsehen korrigierte die Zahl am Mittag auf 34 Tote und 83 Verletzte. Es berief sich dabei auf eine Quelle aus dem Innenministerium. Die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (Hintergründe zur Beobachtungsstelle lesen Sie hier) sprach sogar von 38 Toten und 120 Verletzten.

Augenzeugen und Medien berichten, am frühen Morgen um 6.30 Uhr Ortszeit (5.30 Uhr MEZ) seien in dem Vorort Dscharamana kurz hintereinander vier Sprengsätze explodiert. Zwei der Bomben waren in Autos versteckt.

Wer die Anschläge verübt hat, ist immer noch unklar. Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete zunächst von "zwei Terroranschlägen" mit mehreren Opfern, ohne nähere Angaben zu machen.

In Dscharamana leben mehrheitlich Drusen und Christen, die Milizen gebildet haben, um ihr Viertel zu verteidigen. Zu Beginn des syrischen Bürgerkrieges hatten sie versucht, sich aus der bewaffneten Auseinandersetzung herauszuhalten. Die Lage in dem Stadtteil spitzte sich jedoch in den vergangenen Monaten zu, nachdem dort mehrfach Bomben explodiert waren.

Unterdessen gehen die Gefechte zwischen Regierungstruppen und Rebellen weiter. Auch in der Gegend um Damaskus werde gekämpft, aber vor allem im Norden und im Zentrum des Landes habe die syrische Luftwaffe ihre Angriffe verstärkt, meldet die Beobachtungsstelle. Auf die Stadt Maaret al-Noman in der nordwestlichen Provinz Idlib seien innerhalb von einer Viertelstunde fünf Luftangriffe geflogen worden.

Rebellen sollen einen Armee-Hubschrauber abgeschossen haben

Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtet zudem, syrische Rebellen hätten an der syrisch-türkischen Grenze einen Jagdbomber der syrischen Luftwaffe abgeschossen. Die Maschine sei von einer Rakete getroffen worden und daraufhin explodiert. Augenzeugen zufolge haben sich die zwei Piloten mit Schleudersitzen gerettet. Einer von ihnen sei nach der Landung gefangen genommen worden.

Bereits am Dienstag sollen die Rebellen erstmals einen Kampfhubschrauber der Armee mit einer Boden-Luft-Rakete abgeschossen haben.

Der Syrische Bürgerkrieg beschäftigte heute auch die UN-Vollversammlung in New York. Mit breiter Mehrheit verurteilte dort ein UN-Ausschuss die "schweren und systematischen" Menschenrechtsverletzungen durch syrische Sicherheitskräfte und die regierungstreuen Schabiha-Milizen.

Der von 20 europäischen und arabischen Staaten und den USA eingebrachte Text fordert die syrische Regierung auf, alle Verletzungen der Menschenrechte und alle Angriffe auf Zivilisten zu beenden und ruft alle Konfliktparteien auf, jede Form der Gewalt aufzugeben.