Baden-Württemberg Stuttgart 21: Je lauter die Maschinen, desto leiser der Protest

Ein Ortsausgangsschild steht im März 2016 symbolisch auf der Baustelle des ersten unter dem Neckar verlaufenden Verkehrstunnels der Deutschen Bahn in Stuttgart.

(Foto: dpa)

Die Demonstrationen gegen das Bahnhofsprojekt waren heftig, der Bau kam nicht voran, 2011 war S21 entscheidend für die Landtagswahl. Heute ist alles anders.

Von Max Hägler

Es waren gewaltige Proteste in Stuttgart, vor fünf, sechs Jahren. "Milliardengrab S21" skandierten Tausende Menschen am Hauptbahnhof, beinahe täglich, immer wieder. Selbsternannte "Parkschützer" ketteten sich in die Bäume im nahe gelegenen Schlossgarten, um ihre Rodung zu verhindern. Am "Schwarzen Donnerstag" rollten Wasserwerfer an, um das Baufeld zu räumen, der Rentner Dietrich Wagner verlor durch den Strahl eines Polizei-Wasserwerfers fast sein gesamtes Augenlicht.

Danach war die Wut noch größer bei vielen in der Stadt - über die Art und Weise der Planungen und der Bauarbeiten und über die hohen Kosten für den geplanten Bahnhof Stuttgart 21, dessen Nutzen tatsächlich nicht immer völlig klar ersichtlich ist.

Die Protestbewegung war ein gewichtiger Grund dafür, dass die Grünen im Stuttgarter Landtag von der Oppositionsbank in die Regierung gespült wurden. Zumal auf den Baustellen auch nichts richtig voranging. Alles stockte, verteuerte sich, war im Verzug. Stuttgart 21, das wurde bald in einem Atemzug genannt mit dem Flughafen BER und der Hamburger Elbphilharmonie - als ein Beispiel für gescheiterte deutsche Ingenieurkunst.

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