Atomabkommen Iran wird auch künftig kein einfacher Partner sein

Außenminister Steinmeier traf im Oktober den iranischen Präsidenten Hassan Rohani in Teheran.

(Foto: dpa)

So sehr sich die Islamische Republik als Verbündeter im Kampf gegen den IS anbietet, so sehr spielt Iran vielerorts eine destabilisierende Rolle.

Kommentar von Paul-Anton Krüger

Amerika und Iran unterhalten nach wie vor keine diplomatischen Beziehungen. Aber sie reden wieder miteinander und können Krisen, die einst die Welt in Atem gehalten hätten, zumindest derzeit recht geräuschlos lösen. Als vergangene Woche zwei Boote der US-Marine wegen eines Navigationsfehlers in die Hoheitsgewässer der Islamischen Republik gerieten, kamen die von den Revolutionsgarden inhaftierten zehn amerikanischen Seeleute binnen 24 Stunden wieder frei.

Niemand wollte sich den Implementation Day verderben lassen, an dem nun der im Juli ausgehandelte Atom-Deal umgesetzt worden ist. Es ist der Tag, an dem Iran auf die Weltbühne zurückkehrt - und wichtiger für das Land: in das internationale Finanz- und Wirtschaftssystem. Iran erhält Zugang zu Milliarden Dollar, die unter den Sanktionen gesperrt worden waren, und kann wieder Öl exportieren. In Iran wie im Westen hofft man auf lukrative Geschäfte.

Das Atomabkommen kann allenfalls den Beginn einer neuen Ära markieren

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Iran und Amerika unterhalten nach wie vor keine diplomatischen Beziehungen, reden aber zumindest wieder miteinander. Sollte der Westen den Kontakt mit Iran intensivieren? mehr ...

Als Morgengabe gab es zwischen den einstigen Erzfeinden noch einen Gefangenenaustausch, der auch dem Korrespondenten der Washington Post, Jason Rezaian, die Freiheit brachte. Ein bitterer Preis, denn vieles spricht dafür, dass die Spionage-Vorwürfe gegen ihn konstruiert waren und der Fall lediglich dazu diente, diesen Austausch zu erzwingen. Es ist längst nicht so, dass alle Interessensgegensätze und Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Westen und Iran aufgelöst wären. Das Atomabkommen kann allenfalls den Beginn einer neuen Ära markieren. Es hegt das Nuklearprogramm ein, so dass von ihm in den nächsten zehn Jahren keine akute Bedrohung mehr ausgehen sollte - sofern sich Iran an seine Verpflichtungen hält.

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Durchbruch in Wien: Die Internationale Atomenergiebehörde hatte zuvor festgestellt, dass Iran allen Auflagen des Atomabkommens vom Sommer 2015 nachgekommen ist. mehr ...