CDU-Mann Graf will das nicht gelten lassen. Frühere Gutachten hätten das Gründstück als deutlich wertvoller eingestuft. Dass jetzt gegen Sarrazin ermittelt wird, begrüßt Graf. "Ich hoffe, dass die Affäre ohne Ansehen der Personen aufgeklärt wird."

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Wenn es nach der Opposition geht, sind in den Fall nämlich noch weit mehr Personen verwickelt. Allen voran: Klaus Wowereit. "Wir können uns nicht vorstellen, dass der Finanzsenator ohne Absprache mit dem Bürgermeister gehandelt hat", so Graf. Da der langjährige Clubpräsident Roland Specker als SPD-Förderer gilt, liege der Verdacht der Vetternwirtschaft nahe. Und dass Wowereit ein gern gesehener Gast im Club sei und dort die Neujahrs-Festrede gehalten habe, wie der Stern berichtete, passt da der CDU gut ins Bild.

Jetzt will die CDU-Fraktion den Senat mit einem Fragenkatalog konfrontieren und unter anderem wissen, welche Mitglieder des Senats und welche Staatssekretäre zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses Mitglied des Golfclubs waren. Geschäftsführer Siebold wollte sich dazu auf Nachfrage nicht äußern.

Staatsanwaltschaft muss genau prüfen

Ob die Staatsanwaltschaft wegen der Vorwürfe gegen Sarrazin Anklage erheben wird, ist allerdings alles andere als sicher. "Zunächst müssen wir feststellen, ob das Land überhaupt ein schlechtes Geschäft gemacht hat, dann müssen wir fragen, wer dafür verantwortlich ist und schließlich, ob ein Vorsatz vorlag", so Sprecher Steltner.

Immerhin ist die Staatsanwaltschaft schon einmal mit einer Anklage gegen Sarrazin gescheitert. Im Jahr 2004 warfen die Ermittler dem damaligen Finanzsenator vor, 1,5 Millionen Euro veruntreut und Landesgeld wie ein "Glücksspieler" in ein unsolides Projekt investiert zu haben. Damals ging es um den Kreuzberger Kulturtempel Tempodrom, der mit staatlichen Zuwendungen gebaut wurde und ständig an der Insolvenz entlangschrammte. Das Landgericht Berlin lehnte es damals aber ab, ein Hauptverfahren zu eröffnen.

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(sueddeutsche.de/mati/gba)