Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad will mit seiner Brutal-Rhetorik gegen Israel in der arabischen Welt punkten. Aber beliebt macht er sich damit auch dort nicht.
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat wieder einmal getan, was alle Welt von ihm erwartete: Er hat eine internationale Bühne für seine altbekannte Brutal-Rhetorik gegen Israel benutzt und damit versucht, die Antirassismus-Konferenz der Vereinten Nationen gleichsam zu kapern.
Kapert die Antirassismus-Konferenz der Vereinten Nationen: Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad (© Foto: AFP)
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Der iranische Haudrauf weiß, dass er damit den Westen provoziert. Aber die eigentlichen Adressaten der immergleichen Botschaft aus Teheran sind weder die EU-Staaten noch die USA, die gar nicht erst in Genf antreten wollten.
Es ist das Fußvolk im Nahen Osten, das Ahmadinedschad mit seiner vehementen Israel-Kritik auf seine Seite zu ziehen trachtet.
Die Strategie versprach bislang durchaus erfolgreich zu sein, und das macht sie gefährlich, weil sie die Spaltung und Spannung im Nahen Osten vertieft.
Der "Rassismus"-Vorwurf gegen Israel dient hier als politisches Mobilisierungsinstrument, als rhetorische Fackel, die von der libanesischen Hisbollah im Libanon genauso weitergetragen wird wie von der palästinensischen Hamas.
Die Rassismus-Formel macht in diesem Lager geradezu Karriere, wobei sich Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah und andere Bündnispartner Irans kaum dafür interessieren dürften, wie politische Philosophen den Begriff Rassismus einst definiert haben: als wertende Abgrenzung fiktiver oder realer Unterschiede zwischen Menschen, "zum Schaden des Opfers".
Israels Umgang mit den 1,3 Millionen Arabern im eigenen Land ist gewiss häufig von wenig Respekt und von Diskriminierung geprägt. Ein beträchtlicher Teil der arabischen Israelis zieht trotz alledem ein Leben in Israel einem Dasein in beschränkter Freiheit in einem arabischen Staat vor.
Das rechtfertigt Unrecht und Benachteiligungen nicht, aber es relativiert die Rhetorik arabischer Israel-Kritiker. So hat zum Beispiel das Interesse am Schicksal der Palästinenser im Libanon bislang nicht dazu geführt, dass sich die Lebensverhältnisse der in diesem Land auch nach 60 Jahren noch in Lager verbannten Menschen in irgendeiner Weise verbessert hätten.
Die Heimatlosigkeit der Palästinenser seit der Staatsgründung Israels bleibt eine Wunde im Nahen Osten, die sich erst schließen wird, wenn dieses Volk endlich auch einen Staat erhält. Es gibt kein anderes Thema, aus dem sich so leicht politischer Profit für Israels Gegner schlagen lässt, wie aus der Besetzung des Westjordanlandes und dem fortgesetzten Bau jüdischer Siedlungen dort.
Wenig Freunde
Die ersten Zionisten suchten vor mehr als einhundert Jahren einen Ort, um vor Verfolgung sicher zu sein. Theodor Herzl, der 1896 sein Buch "Der Judenstaat" schrieb, glaubte, der Antisemitismus werde nie verschwinden. Da gab es die Nazis noch gar nicht; ohne den Holocaust aber wäre aus den jüdischen Siedlerprojekten in Palästina kaum der Staat Israel geworden. Heute will und braucht Israel Sicherheit - und die Palästinenser brauchen ihr Recht. Wer Frieden in der Region will, muss auch Israel bedrängen, endlich Frieden zu suchen, wie dies die neue amerikanische Regierung nun offensichtlich vorhat.
Die UN haben Ahmadinedschad einen Gefallen getan, indem sie ihm in Genf ein Forum für seine Tiraden gaben. Gewonnen hat der iranische Präsident damit aber nicht wirklich etwas. Denn im Nahen Osten werden derzeit die Karten neu gemischt, Barack Obama will die schwelenden Feuer austreten und sucht neue Allianzen.
Auch deshalb schlägt Ahmadinedschad auf die Pauke, um politisch nicht gar zu nackt dazustehen. Denn so richtig beliebt sind die Iraner nicht in der Region; das Vormachtstreben Teherans samt seiner Atom-Zündelei stößt von Ägypten bis Saudi-Arabien auf ausgesprochene Ablehnung. All diese Staaten fürchten, bei einer militärischen Auseinandersetzung zwischen Israel und Iran unter Feuer zu geraten. Auch deshalb hat Obamas neuer Nahost-Versuch viele arabische Unterstützer - und Iran wenig Freunde.
Joachim Gauck weiß, dass seine Israel-Reise eine Prüfung ist, persönlich und politisch. Der Bundespräsident besteht auch noch eine kleine Mutprobe. Seite Drei Jetzt lesen ...
(SZ vom 22.04.2009/woja/odg)
ICE-Strecke
Ahmadinedschad ist sicher kein unbestrittener Führer eines in sich geschlossenen islamischen Lagers und hat jetzt sein Feld markiert, um bei der Neuverteilung der Kräfte den bestmöglichen Ausgangspunkt zu haben. Das so gerne in einem Wort "zusammen"gedrängte islamische Lager hat viele Richtungen, die in der deutschen Presse - der Einfachheit halber? - untergehen und eine schön überschaubare Front ergeben, mit der sich vieles rechtfertigen lässt. Die Behandlung der palästinensischen Menschen durch israelische Machthaber gleicht der Praxis absolutistischer Machthaber jeglichen Couleurs und ist meilenweit von den menschlichen Idealen entfernt, mit denen sich hier gerne geschmückt wird.
Wenn die Menschen auf beiden Seiten sich entschließen, aus dem Schatten der jeweiligen Machthaber zu treten und sich über ihre wirklichen Interessen verständigen, dann werden wir bald ganz andere Fronten erkennen. Diese Bühne zu schaffen, wäre eine ernst zunehmende Hilfe für die Menschen, die selber sehr gut selber wissen, was ihnen fehlt.
Ich kann verstehen, dass sie sich von dem Eifer seiner Rede gerne mitreisen lassen. Aber deshalb ist noch nicht alles, was Ahmadinejad gesagt hat ganz die objektive Wahrheit. Jawohl, nicht jeder kann Farsi und Übersetzungen sind oft falsch gemacht worden. Dann möchte sich doch Ahmadinejad bitte mal zu den zwei Punkten Israel und den Holocaust erklärend äußern. Nein das tut er nicht, weil er nicht das Gesicht bei den Radikalen in Region verlieren will. Außerdem hat er einen nicht so guten Charakterzug wie viele heutigen Politiker auf der ganzen Welt: sie geben nicht gerne nach.
in wirklichkeit ist eine Lüge.
...dass Ahmadinejad bei Mobarak, Saudies-Königshaus oder andere Diktatoren und Lakaien des Westens nicht beliebt ist, weiß er sehr gut.
Selbst ohne seine Ehrliche Äußerungen hat er keine Liebschaften aus diesen Gruppen zu erwarten.
Wir wiollen aber zum 1000 mal klar stellen, dass er weder die Vernichtung Israel verlangt hat noch Holocaust abgesprochen hat.
Um ihn zu verstehen muß man Farsi (Persisch) können.
Aber, was sage ich...
Die Medien hier sind ja unter Einfluss der Propaganda sind auf diesem Ohr taub.
1. Ahmadinejad ist nur naive ehrlich.
2. Was er sagt, ist die Wirklichkeit
3. SO wie er denken alle Menschen in der Region, nur dass diese Menschen werden von ihren Diktatoren und handlanger der USA im Zaun gehalten. Und so wird der Dopellmoral des Westens immer mehr in der Enge getrieben.
Denn wer reines Gewissen hat, braucht die Wahrheit nicht zu fürchten!!!
Also in Bezug auf den 6-Tage-Krieg liegt Nadav völlig richtig. Damals ist dem Nasser 'die nationalistische Birne übergekocht' , und er wollte es den Israelis 'mal richtig zeigen'. Da gab' es keine Provokation oder irgendetwas ähnliches von Israelischer Seite vorher.
(leider kann ich jetzt nicht mehr zurückblättern in den Leserbriefen um weiteres zu kommentieren, weil die Stunde 19h bereits zugeschlagen hat).
"drumherumpalaver und ablenkungen"
In meinen Letzten Beitrag habe ich Ihr Statement als haltlos und falsch bezeichet.
Klar das Sie das nicht gerne hoeren.
Es stellt leider die Frage ob es sich noch lohnt sich auf Ihre Beitraege zu beziehen. Meist kommen als Antworten ja nur Poebeleien.
Und jetz einen KLARE Antwort: Glauben Sie im Ernst es kuemmert Obama was Liebermann will? Der Bursche sitzt sowiso bald im Knast.
Da ueberschaetzt sich ein Politiker und Sie fressen das.
Was der gute Avigdor hier macht nennt man "Pfeifen im Wald", er will eventuell bei seinen Waehlern punkten.
Alles andere sind Verschwoerungstheorien und Paranoia.
Klar genug.....Pipi?
Paging