Afghanistan Dutzende Tote bei Anschlag auf Volleyballspiel

  • Verheerender Anschlag auf Besucher eines Volleyballspiels in der östlichen Provinz Paktia.
  • Afghanisches Unterhaus stimmt Nato-Folgemission zu

Attentäter mischte sich unter Sportfans

Bei einem der verheerendsten Selbstmordanschläge in Afghanistan seit Monaten wurden am Sonntag mindestens 45 Besucher eines Volleyball-Turniers getötet. Nach Angaben der lokalen Behörden ereignete sich Vorfall in der östlichen Provinz Paktika. Der Attentäter habe sich unter die Hunderten Besucher des Final-Spiels gemischt und dann eine Bombe gezündet.

Ein Sprecher der Provinz-Behörde sagte, mindestens 50 weitere Menschen seien bei dem Anschlag verletzt worden. Bei den meisten Opfern handele es sich um Zivilisten. Nach Angaben des Vize-Gouverneurs waren allerdings auch mehrere Beamte der Provinzverwaltung und der Polizeichef unter den Besuchern. Afghanistans Präsident Ashraf Ghani verurteilte die Tat, zu der sich zunächst niemand bekannte.

Erst am Mittwoch hatte ein Anschlag mit einer Autobombe auf ein überwiegend von Ausländern bewohntes Viertel die Hauptstadt Kabul erschüttert. In Paktika waren Mitte Juli mindestens 89 Menschen bei einem Sprengstoffanschlag auf einem belebten Markt ums Leben gekommen. Damals war ein mit Sprengstoff beladenes Auto in die Menge gerast und zwischen den Ständen explodiert.

Weg für den Verbleib ausländischer Truppen ist nahezu frei

Unterdessen billigte das Unterhaus in Kabul zwei Abkommen mit den USA und den übrigen Ländern des Nato-geführten Einsatzes, die die Bündnissoldaten vor Strafverfolgung in Afghanistan schützen. Damit ist der Weg für den Verbleib ausländischer Truppen in Afghanistan über den Jahreswechsel hinaus nahezu frei. Er hoffe nun auf rasches grünes Licht des Oberhauses, erklärte Präsident Aschraf Ghani.

Der Kampfeinsatz der internationalen Truppen endet in diesem Jahr. Die Nato-Nachfolgemission "Resolute Support" sieht die Stationierung von rund 12 500 Soldaten im kommenden Jahr vor, um die einheimischen Sicherheitskräfte beim Kampf gegen die radikalislamischen Taliban weiterhin zu unterstützen und zu trainieren. Ghanis Vorgänger Hamid Karsai hatte sich geweigert, das dafür notwendige Truppenstatut zu unterzeichnen, weswegen lange ein Fragezeichen hinter der Nato-Folgemission stand.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch das Mandat für die neue Afghanistan-Mission der Bundeswehr gebilligt. Es sieht vor, bis zu 850 deutsche Soldaten an den Hindukusch zu schicken. Nun fehlt noch die Zustimmung des Bundestages. Die Abstimmung ist für Dezember vorgesehen.