Ägypten Mehrere Tote bei Explosion in Kairo

  • Mindestens zehn Menschen sterben bei einer Explosion in Kairo.
  • Offenbar kam es während eines Polizeieinsatzes in einer Bombenwerkstatt zu der Detonation.
  • Das ägyptische Innenministerium macht die verbotene Muslimbruderschaft für den Vorfall verantwortlich.
Von Paul-Anton Krüger, Kairo

Bei einer Explosion in Kairo sind mindestens sieben Polizisten getötet worden, wie ägyptische Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichteten. Auch drei Zivilisten kamen demnach ums Leben, zudem wurden mindestens 13 Menschen verletzt. Zu der Explosion kam es offenbar bei einem Anti-Terror-Einsatz der Polizei in einem Wohngebäude in Gizeh.

Wie das Innenministerium auf seiner Facebook-Seite mitteilte, hatten die Behörden Informationen erhalten, dass Mitglieder der als Terrorvereinigung verbotenen Muslimbruderschaft planten, in den kommenden Tagen Anschläge auf staatliche Institutionen zu verüben. Sie hätten die Wohnung als Unterschlupf benutzt, um Bomben herzustellen. Beim Versuch, diese zu entschärfen, sei es zu der Explosion gekommen.

Die ägyptischen Behörden beschuldigen regelmäßig die Muslimbruderschaft, Terrorakte zu verüben. Oft gehen diese aber von anderen Gruppen militanter Islamisten aus, wie dem lokalen Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat. Am Montag, dem 25. Januar, jährt sich zum fünften Mal die Revolution, die zum Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak geführt hatte. Anschläge waren aus diesem Grund befürchtet worden. Bereits in der Nacht zuvor waren laut dem Innenministerium fünf Polizisten in al-Arisch im Nordsinai getötet worden, als Unbekannte das Feuer auf einen Polizeiposten eröffneten.