22. Januar 2013, 09:40 Geiseldrama in der Sahara Algerischer Terrorist bekennt sich zu Überfall auf Gasanlage

In einem Internet-Video übernimmt der einäugige Islamist Mochtar Belmochtar die Verantwortung für den Überfall auf die algerische Gasanlage In Amenas. Er spricht von einer "heiligen, kühnen Operation" des Terrornetzwerks al-Qaida.

Im Hintergrund eine schwarze Flagge mit arabischen Schriftzeichen, im Vordergrund der Islamist Mochtar Belmochtar. Im Internet ist ein Video aufgetaucht, in dem der einäugige algerische Terrorist die Verantwortung für den blutigen Überfall auf die Gasanlage im ostalgerischen In Amenas übernimmt. Er spricht von einer "heiligen, kühnen Operation". Das melden die britische BBC und al-Arabija auf ihren Webseiten.

Demnach wurde die Aktion im Namen der Terrororganisation al-Qaida durchgeführt - von 40 Männern aus muslimischen und westlichen Ländern. In dem Video setzte der Islamist Belmochtar die Aktion ausdrücklich in Bezug zum Militäreinsatz Frankreichs im algerischen Nachbarland Mali, berichtet die BBC.

Er sage, er habe seine eigene Kampfgruppe gegründet, um "unser Land und unsere Ehre gegen den Kreuzzügler Frankreich zu verteidigen". "Wir sind bereit, mit dem Westen und der algerischen Regierung zu verhandeln", sagt Belmochtar demnach, jedoch nur unter der Bedingung, dass die Angriffe auf Muslime in Mali beendet würden.

Das Video wurde der BBC zufolge von Sahara Media gepostet. Es sei auf den 17. Januar datiert - einen Tag nach der Stürmung der Gasanlage durch die Extremisten, allerdings noch deutlich vor der Beendung der Geiselnahme durch das algerische Mililtär.

Algeriens Regierungschef Abdelmalek Sellak hatte sich am Montag erstmals zu der anfänglich stark kritisierten Befreiungsaktion geäußert - und die Bilanz des Geiseldramas gezogen. Demnach kamen bei der Terroraktion 37 ausländische Geiseln ums Leben. 29 Kidnapper wurden getötet, drei wurden festgenommen.

Über ihren Sprecher drohte die Islamistengruppierung Belmochtars nun neue Gewalt an, insbesondere gegen Frankreich, wie die französische Wochenzeitschrift Paris Match berichtet. Der Angriff von In Amenas sei nur der Anfang gewesen, sagte der Sprecher demnach.