USA Klempner fordert Schadensersatz, weil sein Pick-up in einem IS-Foto auftaucht

  • Ein Klempner in Texas verkauft seinen Pickup, wenig später taucht ein Bild des Wagens auf, das mit dem IS in Verbindung gebracht wird.
  • Jetzt fordert der ehemalige Besitzer Schadensersatz vom Autohändler. Er wurde per Telefon bedroht, sein Geschäft hat gelitten.

"Mark-I Plumbing" steht auf der Fahrertür des schwarzen Pick-ups. Darunter eine Telefonnummer. Im Wagen sitzt ein Vermummter, von der Ladefläche aus schießt ein anderer hinter einer Panzerung hervor. Das Bild soll an der syrischen Grenze aufgenommen worden sein, die Vermummten dem IS angehören. Der ehemalige Besitzer des Pick-ups verklagt jetzt den Händler, der seinen Wagen weiterverkauft hat - auf eine Million Dollar Schadensersatz.

Mark Oberholtzer ist Klempner in Texas. Seit das Bild im Netz kursiert, wird er nach eigener Aussage bedroht. Sein Anwalt hat jetzt Klage eingereicht, berichtet die New York Times.

Demnach habe Oberholtzer den Pick-up im Oktober 2013 an einen Händler in Houston verkauft. Nachdem der Papierkram erledigt war, heißt es weiter in der Anklageschrift, habe sein Sohn den Aufkleber mit Namen und Telefonnummer des Klempnerbetriebs abziehen wollen. Der Händler hielt ihn auf. Er wollte den Aufkleber später professionell entfernen lassen, damit der Lack keinen Schaden nimmt.

Der Aufkleber blieb am Wagen

Das ist offenbar nie geschehen. Der schwarze Truck aber wurde dem Bericht zufolge wenig später in die Türkei verkauft - und fand von dort aus wohl seinen Weg nach Syrien. Im Dezember 2014 tauchte das Foto des Wagens dann in sozialen Netzwerken auf. Es geht viral, die Satireshow "The Colbert Report" zeigt das Bild. "Das ganze Land wird die Toilette runtergespült", witzelt der Moderator in Bezug auf Syrien, "aber jetzt wissen sie wenigstens, wie sie die Rohre wieder frei bekommen."

Am Ende des Tages, so der Bericht, haben Mark Oberholtzer Tausende Drohanrufe unter der auf dem Pick-up genannten Nummer erreicht. Er unterstütze den Terror, werfen ihm die Anrufer vor. Auch seine Familie und Angestellten sind Opfer Drohungen. Daher der Schadensanspruch: Oberholtzer spricht von Geschäftsausfall und Rufschädigung. Außerdem habe er in Angst leben müssen. Sogar das FBI habe ihm geraten, sich zu schützen - er kaufte eine Waffe.

Die Nummer auf dem Pick-up ist noch immer erreichbar. Es meldet sich ein Anrufbeantworter: "Sie haben die Klempnerei Mark-1 angerufen. Derzeit können wir Ihren Anruf nicht entgegennehmen. Hinterlassen Sie eine Nachricht und wir rufen Sie zurück."