US-Bundesstaat North Carolina Bewaffneter dringt in US-Kirche ein - Pfarrer besänftigt ihn

Gott habe ihm aufgetragen, in die Kirche zu gehen, sagt der Eindringling, während die Neujahrsmesse läuft. Und was tut der Pfarrer? Geht auf ihn zu und fragt, ob er helfen kann.

20 Minuten bevor das neue Jahr beginnt, ist Pfarrer Larry Wright in der 200 000-Einwohner-Stadt Fayetteville im US-Bundesstaat North Carolina gerade dabei, die Neujahrsmesse zu lesen. Plötzlich betritt ein Mann mit einer halbautomatischen Waffe die Kirche.

Die 60 Gottesdienstbesucher sind geschockt, wie die lokale Zeitung Fayetteville Observer berichtet. Was will der Mann, fragen sie sich? ist er geistig verwirrt? Oder will er in der Kirche ein Massaker anrichten?

Der Mann - Zeugen beschreiben ihn später als 20 bis 30 Jahre alt - sagt, Gott habe im aufgetragen in die Kirche zu gehen, bevor er "etwas Schlimmes" tue. Pfarrer Wright steigt von der Kanzel herab, während der Mann sich durch die Reihen auf den Altar zu bewegt, die Waffe in die Luft gerichtet. "Kann ich Ihnen helfen?", fragt der Geistliche.

Wie der Pfarrer später erzählt, ist die Antwort auf diese Frage entscheidend für sein weiteres Handeln. Zwar habe der Mann die Waffe in der einen und seine Munition in der anderen Hand gehalten. Trotzdem habe er nicht sehen können, ob die Waffe vielleicht doch geladen war. "Wenn er Streit gesucht hätte, hätte ich ihn attackiert", sagt Wright, der 1,90 Meter groß und zwei Zentner schwer ist und früher einmal Soldat war.

Aber der Mann sei in Tränen ausgebrochen. Wright habe ihm die Waffe abnehmen und vier kräftig gebaute Diakone zu Hilfe bitten können, die den Fremden in ihre Mitte nahmen und ihn einluden, in der ersten Reihe Platz zu nehmen.

Einer der Gottesdienstbesucher hatte den Notruf gewählt und die Polizei traf ein, während Wright noch predigte. Doch der Pfarrer bat die Polizisten, draußen zu bleiben. "Ich wollte die Messe nicht unterbrechen". Wright betete für den Eindringling. Am Ende des Gottesdienstes habe der Mann schließlich um einen persönlichen Segen gebeten und sein "Leben Christus übergeben".

Einer der vier Diakone fasste die Situation später wie folgt zusammen: "Ich glaube, in dieser Nacht war der Geist Gottes wahrhaftig an Ort und Stelle".