Entscheidung in Rom Tebartz-van Elst kehrt nicht ins Bistum Limburg zurück

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst wird nicht in sein Bistum zurückkehren

(Foto: Imago Stock&People)

Franz-Peter Tebartz-van Elst wird nicht in sein Amt als Bischof von Limburg zurückkehren. Der Vatikan hat nun offiziell mitgeteilt, dass Papst Franziskus das Rücktrittsgesuch des umstrittenen Kirchenmannes akzeptiert. Tebartz-van Elst werde "zu gegebener Zeit mit einer anderen Aufgabe betraut werden".

Der umstrittene Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist von seinem Amt des Bischofs von Limburg zurückgetreten. Vatikansprecher Federico Lombardi teilte in einer offiziellen Erklärung (hier im Wortlaut) um 12 Uhr mit, dass Papst Franziskus den Rücktritt des Limburger Bischofs annehme, den dieser bereits am 20. Oktober dem Vatikan angeboten habe.

Bis zur Berufung eines Nachfolgers soll der Paderborner Weihbischof Manfred Grothe als Apostolischer Administrator die Geschäfte in Limburg führen. Tebartz-van Elst solle "zu gegebener Zeit" mit einer anderen Aufgabe betraut werden.

Vergangenen Donnerstag hatte die Bischofskongregation im Vatikan über den Fall beraten, am Samstag hatte der Vorsitzende der Kongregation, der kanadische Kardinal Marc Ouellet, eine Audienz beim Papst, am Montag dann Tebartz-van Elst.

Grundlage der Entscheidung ist unter anderem ein Untersuchungsbericht der Deutschen Bischofskonferenz über die hohen Baukosten des neuen Bischofssitzes auf dem Domberg in Limburg. Der bislang unter Verschluss gehaltene Report liegt dem Vatikan seit Wochen vor.

Zuletzt hatten weitere hochrangige deutsche Geistliche auf eine zügige Entscheidung im Streit um Tebartz-van Elst gedrungen.

Aufatmen in Limburg

Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, begrüßt die Entscheidung des Vatikans: "Es ist gut, dass der Papst heute eine Entscheidung herbeigeführt hat, die für das Bistum Limburg eine Zeit der Unsicherheit beendet und einen Aufbruch und Neubeginn möglich macht".

Marx erklärte, nun sei es wichtig, dass das Bistum Limburg einen guten Weg in eine gemeinsame Zukunft gehen kann. "Ich werde mich, sofern ich das kann und es mir zusteht, in diesen Prozess einbringen." Dazu brauche es Bereitschaft zur Versöhnung.

In den vergangenen Monaten sei deutlich geworden, dass es in der Kirche ein großes Bedürfnis nach Offenheit auch in finanziellen Fragen gebe. Die Bischofskonferenz wolle diesem Wunsch stärker entsprechen. Auch innerhalb der Weltkirche wolle er auf mehr Transparenz der Kirchenfinanzen hinwirken, kündigte Marx an.

Der Limburger Priesterrat und die Diözesanversammlung begrüßen den Rücktritt von Tebartz-van Elst. "Es geht ein Aufatmen durch das Bistum", sagte der Sprecher des Priesterrats, Reinhold Kalteier. Die Zeit des Wartens und der Ungewissheit, ob Tebartz-van Elst zurückkomme, sei fast unerträglich gewesen. Nun gelte es, die Probleme im Bistum offen aufzuarbeiten.

Eine bischöfliche Affäre

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