Schönheitswettbewerb 26-jährige Lehrerin ist neue "Miss Germany"

Links sehen sie die offiziell schönste Frau Deutschlands: Lena Bröder aus Nordwalde. Rechts daneben eine Dame, die seit gestern Abend nur noch schön ist: Ex-Miss-Germany Olga Hoffmann.

(Foto: dpa)
  • Die 26-jährige Lena Bröder aus Nordrhein-Westfalen darf sich seit Samstagnacht "Miss Germany" nennen.
  • Für die hauptberufliche Lehrerin geht damit nicht nur "ein Traum in Erfüllung", sondern auch ein harter Weg zu Ende: "Seit mehr als sechs Jahren habe ich dafür gekämpft, diesen Titel zu holen."
  • Der Veranstalter des Schönheitswettbewerbes ließ ausrichten, dass dies das erste Mal sei, dass eine Lehrerin gewonnen habe. In den vergangenen Jahren waren es meist Studentinnen, Schülerinnen und Angestellte, die den Titel holten.

Als Regentin ist es wichtig, Prioritäten zu setzen. Vielleicht qualifizierte sich Lena Bröder aus Nordrhein-Westfalen auch mit dieser Eigenschaft zur Schönheitskönigin. Wobei dieser Titel nach Abschaffung der Monarchie in Deutschland nur noch als "Miss Germany" firmiert. Für die auf ein Jahr begrenzte Tätigkeit werde sie sich als Lehrerin beurlauben lassen, verkündete die Ex-Lehrerin nach der Krönung. Danach heißt es dann wieder: Schule und Durchschnittsschönheit.

Noch aber dürfte die 26-Jährige ihren Triumph genießen, schließlich war es bis dahin ein harter Weg. So kommentierte die 26-Jährige ihren Sieg gegen 23 Konkurrentinnen im Europa-Park Rust bei Freiburg nicht nur mit dem obligatorischen "Für mich geht ein Traum in Erfüllung". Sie gab auch einen Einblick in die Mühen, die das Beauty-Biz bereitet: "Seit mehr als sechs Jahren habe ich dafür gekämpft, diesen Titel zu holen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, es endlich geschafft zu haben."

Ob Lena Bröder das meint, wenn sie von Kampf spricht?

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Die Insignien der Schönheit: Sportwagen, Schmuck, Reisen und Kleider

Bröder spielte damit wohl auch auf ihre Doppelbelastung an: Seit Mai vergangenen Jahres unterrichtet sie in einer Gemeinschaftsschule bei Münster Hauswirtschaft und katholische Religion. Dafür wird sie nun reich entlohnt, wie die Nachrichtenagentur dpa zu berichten weiß: "Die junge Frau mit braunen Haaren und braunen Augen erhielt für ihren Sieg neben der Krone unter anderem einen Sportwagen, Schmuck, Reisen und Kleider." Zudem werde sie Deutschland bei der Wahl zur "Miss Earth" im Herbst auf den Philippinen vertreten.

Die Wahl zur "Miss Germany" wird seit 1927 organisiert. Sie ist damit nach Angaben der Veranstalter der älteste und bedeutendste Schönheitswettbewerb in Deutschland. In diesem Jahr hatten an den deutschlandweit 145 Vorwahlen insgesamt 5095 Frauen teilgenommen. Der Ablauf des Wettbewerbes war auch im Jahr 2016 traditionell oberflächlich: Die Finalistinnen im Alter von 18 bis 27 Jahren präsentierten sich im Abendkleid sowie im Badeanzug.

Vize-Königin wurde die Schülerin Francesca Orru (19) aus Norderstedt in Schleswig-Holstein, Drittplatzierte die 22 Jahre alte Bürokauffrau Katharina Schubert aus Wiesbaden.

Premiere im Jahr 89

Im Übrigen ist es nach Angaben der Organisatoren das erste Mal in der 89-jährigen Geschichte des Wettbewerbs, dass eine Lehrerin siegt. In den vergangenen Jahren seien es meist Studentinnen, Schülerinnen und Angestellte gewesen, die den Titel holten.

Aber wer will schon Lehrerin sein, wenn er einfach nur schön sein darf?

Die Bademode, die die Teilnehmerinnen in diesem Jahr präsentieren mussten, bewegt sich irgendwo zwischen Baywatch und Bondage.

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