Rekord im Witzeerzählen "Ich habe beim DJ angerufen - er hat aufgelegt"

Markus Weise erzählt nicht nur gerne Witze, er mag auch ziemlich seltsame Anzüge.

(Foto: kathiland.de/oH)

26 Witze in 60 Sekunden: Damit ist der Brite Clive Greenaway der neue Rekordhalter im Witzeerzählen. Zuvor hatte Berufsschullehrer Markus Weise, 31, aus Delmenhorst diesen Titel drei Jahre lang inne. Er kam auf 21 Witze in 60 Sekunden. Wie das geht, erzählt er im Gespräch.

Von Anna Fischhaber

SZ.de: Herr Weise, was ist Ihr Lieblingswitz?

Markus Weise: Wie nennt man einen Bumerang, der nicht zurückkommt? Stock.

Wirklich?

Ich mag keine langen Vorgeschichten mit mauer Pointe. Witze müssen kurz und knapp sein.

Für den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde haben Sie 21 Witze in 60 Sekunden erzählt. Wie schafft man das?

Ich habe trainiert. Ich habe mir die Pointen nicht spontan ausgedacht. Als Büttenredner habe ich ein großes Repertoire an Witzen. Ich habe mir die kürzesten rausgesucht und auswendig gelernt. Eigentlich waren es 24, aber in der Aufregung habe ich dann aber doch ein paar vergessen.

Fallen die Ihnen heute wieder ein?

Moment. Ach ja, einer zumindest: Kommt ein Pferd in den Blumenladen und fragt: "Haben Sie Ma - geriten?" Auf der Bühne konnte ich leider nicht so viel nachdenken. Nicht mal richtig Luftholen. Deshalb geht es bei so einem Auftritt auch viel um die richtige Atemtechnik. Jeder Witz war im Schnitt nur 2,6 Sekunden lang.

Kamen die Zuschauer überhaupt so schnell mit?

Gelacht haben sie auf jeden Fall. Also hinterher. Vor allem über Witze wie: Ich habe gestern beim DJ angerufen - aber der hat aufgelegt. Oder: Dann habe ich bei Spider-Man angerufen - aber der hatte kein Netz.

Wie erzählt man einen Witz, damit das Publikum lacht?

Meine Witze habe ich aus dem Internet, aus dem Freundeskreis, aus Büchern. Auf der Bühne kommt es darauf an, die Geschichten gut zu verpacken. Also nicht: "Kennen Sie den schon?" Lieber eine eigene Geschichte erzählen, sich selbst in die Pointe mit einbauen. Damit dass Publikums auch über den Witzeerzähler lachen kann. Schadenfreude ist nun mal die schönste Freude.

Nach welchen Kriterien entscheidet das Guinnessbuch, ob ein Witzeerzähler lustig ist?

Ich musste die Witze vorab einreichen, sie wurden von der deutschen Redaktion geprüft. So ein Witz muss ja bestimmte Vorgaben erfüllen: Er muss aus einem einleitenden Satz und einer Pointe bestehen. Also zum Beispiel: Ich habe bei Weight Watchers angerufen - aber es hat keiner abgenommen.

"Sorry Germany ... England's got the last laugh" titelte die Times über den Sieg von Clive Greenaway. Ist man als deutscher Witzerzähler eigentlich benachteiligt?

Ich mag den deutschen Humor. Deutsche können über fast alles lachen und sind sehr schadenfroh. Meine Witze habe ich beim Rekord natürlich auf Deutsch erzählt. Das war ziemlich lustig: Der deutsche Schiedsrichter war krank, also gab es nur einen englischen, der sich die Witze übersetzen lassen musste. Gelacht hat er nicht.