Promiblog Scarlett Johansson hat ein Sprudel-Problem

Scarlett Johansson, hier beim Filmfest in Venedig im vergangenen September, hat Ärger wegen des Werbevertrages mit einer israelischen Sprudelfirma.

Eine Schauspielerin wirbt für Sprudel. Das klingt erstmal unverfänglich. Doch US-Schauspielerin Scarlett Johansson ist wegen der Zusammenarbeit mit einer israelischen Firma in Schwierigkeiten. Die Hilfsorganisation Oxfam hat sich beschwert.

Für Schauspieler, Sänger oder Sportler sind Werbeverträge eine gute Möglichkeit, um mit der eigenen Bekanntheit ein paar Euros oder Dollar zusätzlich zu verdienen. Doch so mancher Prominente handelt bei der Wahl seiner Werbepartner eher unglücklich: Dortmunds Trainer Jürgen Klopp zum Beispiel priest in der Werbung die Vorzüge eines Opels, fährt privat aber lieber Porsche. Model-Mama Heidi Klum machte einst Werbung für McDonald's, obwohl ihre Mädchen sich wohl nicht einmal trauen, einen Cheeseburger auch nur von Weitem anzuschauen.

Auch Scarlett Johansson hat jetzt Ärger wegen eines Werbevertrages. Die US-Schauspielerin ist wegen ihrer Zusammenarbeit mit der israelischen Sprudelwasser-Firma Sodastream in die Kritik geraten.

Das Hilfswerk Oxfam, für die Johansson sich ehrenamtlich als Botschafterin engagiert, hat sich beschwert. Denn Sodastream betreibt auch eine Fabrik im von Israel seit 1967 besetzten Westjordanland.

Oxfam, eine Organisation, die für ihre kritische Haltung gegenüber der israelischen Besatzungspolitik bekannt ist, hat Johansson darauf hingewiesen, dass ihr Werbevertrag mit den ethischen Grundsätzen von Oxfam nicht vereinbar sei. Auch wenn die Organisation die politische Unabhängigkeit ihrer Repräsentanten respektiere, sei Werbung für Sodastream für Oxfam problematisch. "Wir sind gegen jede Wirtschaftsbeziehung zu den israelischen Siedlungen, die nach internationalem Recht illegal sind", erläutert die Gruppe.

Daraufhin beendete Johansson ihre langjährige Zusammenarbeit mit Oxfam. Man akzeptiere den Rücktritt Johanssons, "die acht Jahre lang unsere Botschafterin war und der wir viel verdanken", heißt es in einer Stellungnahme der Organisation. Die Schauspielerin ("Lost in Translation") reiste für Oxfam zum Beispiel nach Indien, Sri Lanka und Kenia, um Hilfsgelder zu mobilisieren.

Sodastream produziert Trinkwassersprudler, die Leitungswasser mit Kohlensäure anreichern und nach Wahl auch Sirup zusetzen. Eine wichtige Fabrik der Firma steht im Gewerbegebiet der israelischen Großsiedlung Maale Adumim östlich von Jerusalem. Johansson, deren Mutter aus einer polnisch-jüdischen Familie stammt, ist seit Anfang Januar als erste "globale Marken-Botschafterin" für das Unternehmen tätig.