Pferdefleisch-Skandal Franzosen wollen aussortierte Tiefkühlprodukte an Arme verteilen

In anderen Ländern wandern Rindfleischprodukte, die wegen des Verdachts auf Pferdefleisch aussortiert wurden, in den Müll. In Frankreich wollten Hilfsorganisationen, die aus dem Handel verbannten Tiefkühlgerichte an Bedürftige verteilen. Nicht überall stößt das auf Begeisterung.

Hunderttausende Rindfleischprodukte wurden wegen des Verdachts auf Pferdefleisch aus den Regalen europäischer Supermärkten genommen. In Frankreich haben sich jetzt mehrere Hilfsorganisationen bereiterklärt, die aus dem Handel gezogenen Tiefkühlgerichte an Bedürftige zu verteilen.

Voraussetzung sei aber, dass die Gesundheitsbehörde eine Garantie für die Unbedenklichkeit der Produkte gebe, sagte ein Sprecher des französischen Verbandes der "Lebensmittelbanken", die landesweit etwa in Supermärkten Lebensmittel sammeln und diese an Initiativen weiterleiten.

Die Organisation "Secours Populaire", die im vergangenen Jahr 181 Millionen Gerichte an 2,4 Millionen Bedürftige verteilte, schließt eine Verwendung der Produkte, darunter vor allem Tiefkühl-Lasagne, nicht aus. Auch die populären "Restos du Coeur" ("Restaurants der Herzen") kündigten an, sie würden besonders auf die Rückverfolgbarkeit von Fleisch in Fertigprodukten achten.

Das Rote Kreuz in Frankreich schließt hingegen eine Weitergabe der aus dem Verkehr gezogenen Tiefkühl-Gerichte aus. "Dies ist eine Frage der Würde", betonte ein Sprecher. Die Organisation wolle die Ärmsten nicht stigmatisieren. "Wenn man nicht genug zu essen hat, bedeutet dies nicht, dass man isst, was andere nicht wollen."