Odenwaldschule Ex-Lehrer der Odenwaldschule wegen Kinderpornografie verurteilt

Odenwaldschule ARCHIV - Ein Schild mit der Aufschrift ´Odenwaldschule", aufgenommen am 29.04.2014 an der Zufahrt des Internats in Ober-Hambach bei Heppenheim (Hessen). Foto: Arne Dedert/dpa (zu dpa ´Umstrittene Odenwaldschule stellt Insolvenzantrag" vom 16.06.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++

(Foto: dpa)
  • Ein ehemaliger Lehrer der Odenwaldschule wurde wegen Besitzes von Kinderpornografie zu einer Haftstrafe verurteilt.
  • Zuvor war bekannt geworden, dass der Mann erneut eine Anstellung als Lehrer gefunden hat.
  • Der Fall hatte für Entsetzen gesorgt, weil der verurteilte Pädophile seinen Job an der Odenwaldschule erst nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals antrat.

Geständiger Täter arbeitet inzwischen wieder als Lehrer

Wegen des Besitzes von Kinderpornos ist ein Ex-Lehrer der südhessischen Odenwaldschule zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. Der 34-Jährige sei "pädophil und latent gefährlich", sagte der Vorsitzende Richter des Amtsgerichts Bensheim. Es seien "weitere Straftaten" zu befürchten.

Der geständige Mann, der inzwischen auf Rügen wieder als Lehrer arbeitet, war angeklagt, in seiner Zeit an der Odenwaldschule zwischen 2011 und 2014 Unmengen kinderpornografischer Dateien auf seinem privaten Computer gehabt zu haben - allein 120 000 Bilder und 150 Filme. Der Angeklagte sagte zum Tatvorwurf: "Ich habe eine pädophile Neigung, aber keinen Trieb. Ich kann mich sehr gut steuern."

Die Schule ist inzwischen insolvent

Der Fall an der Odenwaldschule gehört nicht zu dem Missbrauchsskandal mit mindestens 132 Opfern, der 2010 an die Öffentlichkeit kam und das Privatinternat erschütterte - er ereignete sich später. Der Lehrer war seit August 2011 an der Odenwaldschule beschäftigt gewesen.

Die Aufsichtsbehörden forderten Aufklärung, zumal die Schule zuvor schon mitgeteilt hatte, nach den sexuellen Übergriffen seien Vorkehrungen zum Schutz der Schüler getroffen worden. Die Schule ist inzwischen insolvent.

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Verfahren wegen Missbrauch wurde eingestellt

Dass der Mann in Mecklenburg-Vorpommern wieder eine Stelle als Lehrer bekam, wurde im Laufe des Verfahrens durch eine Aussage der Mutter bekannt, die als Zeugin auftrat. Der Angeklagte räumte das erst auf Nachfrage des Gerichts ein: Auf Rügen sei er als Lehrer angestellt und Beamter auf Probe. Er hatte zuvor behauptet, er sei derzeit freiberuflicher Versicherungsmakler.

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) kündigte eine rasche Reaktion seines Hauses an. "Sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen, dann werden wir alles dafür tun, dass der Mann unverzüglich aus dem Beamtenverhältnis ausscheidet und den Schuldienst verlässt", sagte der Minister.

Im Zusammenhang mit den Kinderpornos war gegen den Lehrer auch ein Ermittlungsverfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern geführt worden. Dieses wurde eingestellt, da sich laut Staatsanwaltschaft die Vorwürfe nicht bewahrheiteten.