Mord an Landrat in Hameln Todesschütze war vermutlich dement

Ein Mord, nur weil der Verlust von Haus und Führerschein drohte? Ein Gutachter hatte dem 74-jährigen mutmaßliche Mörder des Hamelner Landrates Rüdiger Butte bescheinigt, an Demenz zu leiden. Vermutlich wusste er nicht, was er tat.

Trauernde legen vor dem Kreishaus in Hameln Blumen in Erinnerung an Landrat Rüdiger Butte nieder.

(Foto: dpa)

Der Mörder des Hamelner Landrates Rüdiger Butte (SPD) wusste möglicherweise nicht, was er tat. Ein Sachverständiger habe dem 74-Jährigen in einem früheren Gerichtsverfahren bescheinigt, unzurechnungs- und schuldunfähig zu sein, sagte der Direktor des Amtsgerichts Hameln, Herbert Seutemann.

Die Deister- und Weserzeitung berichtete, der Täter habe laut Gutachter an Demenz gelitten. Davon gehen nun auch die Ermittler im Mordfall Butte aus. Der 74-Jährige hatte den Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont am vergangenen Freitag in dessen Dienstzimmer erschossen und sich dann selbst getötet.

Das Motiv des mutmaßlichen Täters für die Ermordung des 63-jährigen Buttes sei wohl die drohende Zwangsräumung seines Hauses gewesen, bekräftigte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Neben dem Verlust des Hauses hätten dem Rentner weitere Zwangsvollstreckungen sowie der Entzug des Führerscheins gedroht. Auch sei eine Vielzahl von Mahnschreiben und Vollstreckungsbescheiden unterschiedlicher Gläubiger gefunden worden. Im Briefkopf aller Behördenschreiben des Landkreises Hameln-Pyrmont habe der Landrat gestanden.

Butte war seit August 2005 Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont. Zuvor leitete der im niedersächsischen Lüthorst geborene SPD-Politiker von April 2001 bis Juli 2005 das niedersächsische Landeskriminalamt. Die Trauerfeier für den getöteten Landrat soll am kommenden Mittwoch stattfinden.