Missbrauchsskandal an der Penn State 60 Millionen Dollar für Jerry Sanduskys Opfer

Jerry Sandusky wird wohl den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen (Archivbild vom Oktober 2012).

Ihr Peiniger wird den Rest seines Lebens im Gefängnis verbringen. Jetzt erhalten die Opfer des Football-Trainers Jerry Sandusky umgerechnet 43 Millionen Euro Entschädigung. Die Einigung soll auch der einst so renommierten Universität helfen, den Missbrauchsskandal zu verarbeiten.

Vor gut einem Jahr wurde der Trainer des einst so angesehenen Football-Teams der Pennsylvania State University wegen sexuellen Missbrauchs zu einer jahrzehntelangen Haftstrafe verurteilt. Jetzt zahlt die Universität den Opfern von Jerry Sandusky eine Entschädigung von knapp 60 Millionen Dollar (43 Millionen Euro).

Die Universität teilte am Montag mit, sie habe sich mit 26 Opfern Sanduskys auf die Zahlung von insgesamt 59,7 Millionen Dollar geeinigt. Sechs weitere Personen, die ebenfalls auf Entschädigung geklagt hatten, hätten ihre Vorwürfe gegen Sandusky dagegen nicht beweisen können.

Der Präsident der Universität, Rodney Erickson, nannte die Einigung der New York Times zufolge "einen weiteren Schritt im Heilungsprozess, für jene die von Mr. Sandusky verletzt wurden und ein weiterer Schritt nach vorne für Penn State". Der Zeitung zufolge sagte Erickson: "Wir können nicht rückgängig machen, was getan wurde, aber wir können und müssen alles daran setzen, daraus zu lernen und sicherzustellen, dass es an der Penn State nie wieder geschieht."

Sandusky war wegen sexuellen Missbrauchs minderjähriger Jungen zu 30 bis 60 Jahren Haft verurteilt worden. Es wird damit gerechnet, dass der 69-Jährige den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringt.

Programm für benachteiligte Jugendliche

Der Trainer hatte zwischen 1994 und 2008 Dutzende Jungen sexuell belästigt und vergewaltigt. Er hatte ein Hilfsprogramm für benachteiligte Jugendliche aufgebaut, über das er seine Opfer auswählte.

Der Missbrauchsskandal hatte auch das Image der Penn State stark beschädigt. Mehreren Mitarbeitern des erfolgreichen Football-Teams, darunter der Trainerlegende Joe Paterno, wurde vorgeworfen, den Missbrauch vertuscht zu haben. Neben Paterno verlor auch der Präsident der Universität, Graham Spanier, infolge des Skandals seinen Job. Zwei weitere Mitarbeiter der Universität müssen sich noch wegen des Vorwurfs der Vertuschung vor Gericht verantworten.