Los Angeles im Ausnahmezustand Rachsüchtiger Ex-Polizist auf der Flucht - schon drei Tote

Der Ex-Polizist Christopher Dorner ist auf der Flucht. Seine Kollegen zu ermorden, sei ein "notwendiges Übel", hatte der 33-Jährige auf Facebook geschrieben. 

(Foto: REUTERS)

Schulen sind geschlossen, Straßensperren errichtet, über Los Angeles kreisen Hubschrauber: Ein flüchtiger Ex-Polizist versetzt die Einwohner der amerikanischen Metropole in Angst. Drei Menschen hat der 33-Jährige auf seinem Rachefeldzug schon getötet.

Drei Menschen soll Christopher Dorner getötet haben, Dutzende weitere, so hat er es angekündigt, sollen folgen: Der Rachefeldzug eines früheren Polizisten erschüttert die kalifornische Metropole Los Angeles. Am Sonntag soll der 33 Jahre alte Ex-Polizist die Tochter eines früheren Kollegen und deren Verlobten regelrecht hingerichtet haben. In der Nacht auf Donnerstag erschoss er auf der Flucht einen Polizisten, weitere wurden verletzt.

In einem mehrseitigen Schreiben, das Dorner als "Manifesto" auf Facebook veröffentlichte, beschwert sich der mutmaßliche Mörder über seinen ehemaligen Arbeitgeber, das Los Angeles Police Department (LAPD). Seine Kollegen zu ermorden, sei ein "notwendiges Übel", der einzige Weg, den er noch für sich sehe, schreibt der Ex-Polizist darin.

Nachdem Dorner 2008 eine Kollegin beschuldigt hatte, einen Verdächtigen misshandelt zu haben, wurde er kurz darauf wegen Falschaussage entlassen, berichtet der TV-Sender CNN. Sein Fall ging durch die Instanzen, Recht bekam er nicht. Laut Los Angeles Times droht Dorner deshalb früheren Kollegen und ihren Familien namentlich mit dem Tod und hat auf Facebook eine "asymmetrische Kriegsführung" angekündigt.

In der Stadt Los Angeles suchen hunderte Polizisten nach ihrem flüchtigen Ex-Kollegen. 

(Foto: dpa)

"Bewaffnet und extrem gefährlich"

Hunderte Polizisten aus Kalifornien und dem Nachbarstaat Nevada versuchen derzeit, den Ex-Polizisten zu fassen. Auch die Bundespolizei FBI hat sich eingeschaltet. Dorner sei "bewaffnet und extrem gefährlich", sagte der örtliche Polizeichef Charlie Beck. "Beängstigend" sei das, auch für gestandene Polizei-Leute. Hinzu kommt, dass sich die Polizei in einem taktischen Dilemma befindet: "Natürlich weiß er, was er tut. Wir haben ihn ausgebildet", so Polizei-Chef Beck.

Die fast vier Millionen Einwohner von Los Angeles erleben ihre Stadt derzeit im Ausnahmezustand: Hubschrauber kreisen am Himmel, einige Schulen bleiben geschlossen, Straßensperren behindern den Verkehr. Zwei Insassen eines Pick-Ups, der dem von Dorner ähnelte, wurden versehentlich von der Polizei unter Beschuss genommen und verwundet. Dabei ist nicht einmal klar, ob sich Dorner in LA befindet: Sein ausgebrannter Pick-Up wurde am Donnerstag etwa 150 Kilometer östlich der Stadt gefunden.