LebensmittelindustrieFipronil im Ei, Pferdefleisch in der Lasagne

Ein Überblick über die größten Lebensmittel-Skandale der vergangenen Jahre - und ihre Folgen.

Der Skandal: Es beginnt mit einer Warnung der niederländischen Lebensmittelaufsicht: Der Verzehr von Eiern mit dem Aufdruck X-NL-40155XX könne gesundheitsschädlich sein, heißt es am 1. August. Die betroffenen Chargen würden eine zu hohe Dosis des Insektizids Fipronil enthalten, das Schäden an Leber, Schilddrüse oder Niere verursachen kann. Wie das Fipronil ins Ei kam? Ein belgisches Unternehmen wird verdächtigt, das Insektizid einem unbedenklichen Anti-Läusemittel namens Dega-16 beigemischt zu haben, das in der Geflügelzucht eingesetzt wird. In den Niederlanden sperren die Behörden 180 Betriebe. Millionen belastete Eier gelangen in mindestens zwölf deutschen Bundesländern in den Handel. Auch in der deutschen Grafschaft Bentheim werden drei Höfe gesperrt, in denen das Mittel offenbar eingesetzt wurde.

Der Schaden: Beim höchsten Fipronil-Wert, der in Belgien in Eiern gemessen wurde, sei eine gesundheitliche Gefahr für Kinder möglich, teilt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit. Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Kopfschmerzen, Schwindel und Krämpfe können die Folge sein. Hierzulande wird eine akute gesundheitliche Gefährdung derzeit praktisch ausgeschlossen, da alle bisher festgestellten Werte niedrig genug liegen.

Die Folgen: Zahlreiche Unternehmen - von Rewe und Penny bis Lidl und Aldi - haben vorsorglich Eier aus dem Sortiment genommen. Neu gelieferte Eier werden auf Fipronil getestet. Niederländische Geflügelhalter rechnen mit hohen Einnahmeverlusten. Der Bund Naturschutz fordert bessere Kontrollen beim Pestizid-Einsatz.

Bild: picture alliance / dpa 4. August 2017, 18:112017-08-04 18:11:28 © SZ.de/feko/lgu/dd