Katholische Kirche in Italien Priester verbreitet frauenfeindliche Äußerungen

Frauen provozieren durch allzu aufreizende Bekleidung Gewalt! So sieht das wenigstens Don Piero Corsi, Priester in einem Dorf an der ligurischen Küste. Die Äußerungen provozieren nicht nur unter seinen Schäfchen einen gewaltigen Shitstorm.

Mit einem frauenfeindlichen Traktat hat ein italienischer Dorfpriester einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Er wolle deswegen nun eine "Auszeit" außerhalb seiner Pfarrgemeinde nehmen, erklärte Don Piero Corsi aus dem Dorf San Terenzo an der ligurischen Küste. Der Priester hatte an Weihnachten am schwarzen Brett seiner Kirche ein Pamphlet ausgehängt, in dem er Frauen unterstellte, mit leichter Bekleidung Gewalt zu provozieren.

"Die Frauen, die mit ihrer knappen Bekleidung provozieren, die sich von dem tugendhaften Leben und der Familie entfernen, provozieren die Instinkte und sollten ihr Gewissen überprüfen und sich fragen: 'Vielleicht legen wir es darauf an?'", hieß es in dem Text.

Das Traktat löste umgehend einen Sturm der Entrüstung in der 1200-Einwohner-Gemeinde und in ganz Italien aus. Der für Corsis Gemeinde zuständige Bischof Ernesto Palletti forderte den Priester auf, sein Thesen zurückzunehmen. Die Äußerung verletze die allgemeine Ansicht, nach der Gewalt gegen Frauen zu verurteilen sei.

Schließlich entschuldigte sich Don Piero und kündigte die Auszeit an. Angeblich. Gegenüber dem Fernsehkanal der Diözese dementierte er nämlich, eine E-Mail an Pressevertreter geschickt zu haben, in der er die Niederlegung seines Amts infolge einer "unvorsichtigen Provokation" angekündigt habe. Auch das Bistum bestritt, dass Piero dem Bischof eine solche Absicht kundgetan habe.