Jörg Kachelmann will den Ausschluss seines Gutachters nicht hinnehmen. Sein Anwalt appelliert an das Gericht - und wirft der Kammer zugleich eine Leseschwäche oder mangelnde Kompetenz vor.
Die Verteidiger des Wettermoderators Jörg Kachelmann wollen den Ausschluss ihres Gutachters wegen Befangenheit durch das Landgericht Mannheim nicht hinnehmen. In dem seit 6. September laufenden Vergewaltigungsprozess ging am Montag die Auseinandersetzung um den Rechtsmediziner Bernd Brinkmann weiter.
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Seine Anwälte lassen nicht locker - und wollen die Zulassung des Rechtsmediziners Bernd Brinkmann als Gutachter durchsetzen: Moderator Jörg Kachelmann an einem früheren Verhandlungstag. (© dpa)
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Die Verteidigung verzichtete zwar auf einen Befangenheitsantrag gegen das Gericht. Anwalt Reinhard Birkenstock forderte die Strafkammer jedoch auf, die Entscheidung über die Befangenheit des Gutachters zurückzunehmen. Es gebe "keinerlei Anlass, an der Unbefangenheit Brinkmanns zu zweifeln", so der Verteidiger wörtlich.
Das Gericht habe dem Gutachter zu Unrecht fehlerhafte Einschätzungen zugeschrieben. Die Unstimmigkeiten stammten in Wahrheit von einem anderen Sachverständigen. Zudem habe sie in ihrem Beschluss Zusammenhänge falsch dargestellt.
Die Strafkammer habe Brinkmanns Stellungnahme entweder nicht sorgfältig genug gelesen oder aber "mangelndes Verständnis vom Beruf des Rechtsmediziners", kritisierte Birkenstock in seiner fast einstündigen Erklärung.
Bei dem inzwischen emeritierten Professor aus Münster handele es sich um einen international hochangesehenen Wissenschaftler. "Brinkmann ist nicht Irgendeiner", sagte Birkenstock. Der Professor solle wieder geladen werden, forderte der Anwalt.
Der von der Verteidigung bestellte Rechtsmediziner Bernd Brinkmann hatte noch vor Verfahrensbeginn in einer Expertise geschrieben, dass sich die 37-Jährige ihre Verletzungen selbst zugefügt haben könnte, um eine Vergewaltigung vorzutäuschen. Als Belege führte er Fotos von Blutergüssen an, die auf dem Computer der Frau entdeckt worden waren.
33-jährige Projektleiterin vernommen
Vergangene Woche verkündete das Gericht überraschend, Brinkmann werde wegen Besorgnis der Befangenheit nicht als Gutachter zugelassen. Er habe sexuelle Praktiken und andere Ursachen für die Verletzungen ausgeschlossen und sich auf die These der Selbstverletzung beschränkt. Damit hatte der Antrag der Staatsanwaltschaft Erfolg und die Verteidigung einen ihrer wichtigsten Gutachter verloren.
Das Gericht setzte am Montag die Verhandlung mit der Vernehmung einer früheren Freundin Kachelmanns fort, einer 33-jährige Projektleitern aus Hamburg. Die Öffentlichkeit wurde wegen der Befragung zum Intimleben erneut ausgeschlossen.
Kachelmann wird vorgeworfen, seine langjährige Freundin mit einem Messer bedroht und vergewaltigt zu haben. Der 52-jährige Wetterexperte und Fernsehmoderator bestreitet das.
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(dpa/dapd/kat/juwe)
Kanzlerin Merkel und die Macht
dass hier klein ´"Diaulchen ist". Da braucht's meine Knie nicht.
Ist doch klar, daß die profilneurotische Staatsanwaltschaft und das Gericht alles, also wirklich alles versuchen um Recht zu behalten!
sorry: 5 Jahre Mindeststrafe!
Birkenstock ist bisher angeblich nicht als versierter Verteidiger bei 4-Augen-Delikten hervorgetreten. Er muss sich allerdings die Frage stellen, ob er mit seiner reinen Konfliktverteidigung Herrn Kachelmann etwas Gutes tut. Ich bin gespannt, wie es ausgeht. Wenn Kachelmann für schuldig erachtet wird, wird es teuer, weil er dann ja aus Sicht des Gerichts wider besseres Wissen alles in Bewegung gesetzt hat, um sein Opfer zu diskreditieren. Bei einer Vergewaltigung mit vorgehaltenem Messer ist Bewährung sowieso nicht drin, Mindeststrafe 3 Jahre. Vielleicht pokert er deshalb so hoch.
aber vielleicht gerade deswegen auch nicht gefeit vor gewissen voreiligen Schlüssen. In der Meinung, man falle befreits auf die Knie, wenn man nur allein schon seinen Namen auf dem Deckblatt liest.
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