Mehr als 40 Jahre nach der ersten Tat US-Polizei schnappt mutmaßlichen "Golden State Killer"

  • Die Polizei in Kalifornien ist sich sicher, einen Serienmörder geschnappt zu haben.
  • Joseph James DeAngelo soll zwischen 1976 und 1986 mindestens zwölf Menschen ermordet und dutzende Frauen vergewaltigt haben.
  • Der frühere Polizist wurde aufgrund von DNA-Spuren überführt.

Mehr als 40 Jahre nach seiner ersten Tat hat die US-Polizei einen mutmaßlichen Serienmörder gefasst. Der 72-jährige Joseph James DeAngelo wurde im Bundesstaat Kalifornien festgenommen, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Sacramento mitteilten. Die Ermittler vermuten, dass es sich bei dem Verdächtigen um den "Golden State Killer" handelt, der zwischen 1976 und 1986 in Kalifornien mindestens zwölf Morde verübt und mehr als 50 Frauen vergewaltigt haben soll.

DeAngelo, laut Medienberichten ein früherer Polizist, sei aufgrund von DNA-Spuren überführt worden, sagte die Staatsanwältin. "Wir haben die Stecknadel im Heuhaufen gefunden." Nach Angaben des Bezirks-Sheriffs wurde er wegen der Ermordung eines Ehepaars im Februar 1978 festgenommen.

Warum Ärzte und Polizei viele Morde übersehen

Rechtsmediziner beklagen, dass die Leichenschau häufig schlampig durchgeführt wird. In Frankfurt startet nun ein Pilotprojekt, um mehr Tötungsdelikte zu entdecken. Von Thomas Hummel mehr ...

Der "Golden State Killer" brach oftmals in die Häuser seiner Opfer ein und fesselte sie, bevor er sie vergewaltigte. Eine Frau, die 1976 zu den ersten Vergewaltigungsopfern des nun mutmaßlich geschnappten Täters zählte, reagierte erleichtert auf die Festnahme. "Ich bin von Freude überwältigt. Ich muss heulen und schluchzen", sagte Jane Carson-Sandler der Zeitung The Island Packet. Ein Mann hatte die damals 30-Jährige und ihren drei Jahre alten Sohn gefesselt, mit einem Messer bedroht und die Frau vergewaltigt.

Die zehnjährige Verbrechensserie hatte 1976 mit Vergewaltigungen im nordkalifornischen Bezirk Sacramento begonnen. Dann kamen Morde hinzu, die meisten wurden in Südkalifornien verübt. Der maskierte Täter war für seine sadistische Handschrift berüchtigt: er weckte seine Opfer nachts mit Taschenlampen auf, er kam mit Messern, Pistolen, Seilen und Schnürsenkeln. Oft fesselte er den Ehemann, vergewaltigte die Frauen und brachte sie danach beide um. Häufig verweilte er länger an den Tatorten, bediente sich am Kühlschrank und ließ Gegenstände aus den Häusern mitgehen.

Jüngstes Opfer 13 Jahre alt

Das jüngste Opfer war 13 Jahre alt. Das letzte Opfer, das dem Serienmörder zugeschrieben wurde, war eine 18-Jährige, die 1986 im kalifornischen Irvine vergewaltigt und erschlagen aufgefunden wurde. Trotz einer bundesweiten Jagd auf den Täter konnte der Mann immer wieder unerkannt entkommen.

Die Fahnder vermuteten schon früh, dass er sich mit polizeilichen Ermittlungen auskannte. Tatsächlich stellte sich jetzt heraus, dass der Festgenommene in den 1970er Jahren als Polizist gearbeitet hatte. Wegen eines Ladendiebstahls sei er 1979 aus dem Dienst entlassen worden, berichteten US-Medien.

Jetzt sei es an der Zeit, mit dem Schmerz der letzten 40 Jahre abzuschließen, sagte der Kalifornier Bruce Harrington auf der Pressekonferenz der Polizei. Sein damals 24-jähriger Bruder und dessen Ehefrau waren 1980 brutal ermordet worden. Alles deutete auf die Handschrift des "Golden State Killers" hin, spätere DNA-Tests erbrachten den Beweis.

Harrington hatte sich seitdem für DNA-Untersuchungen bei der Fahndung nach Kriminellen stark gemacht. Am Mittwoch wandte er sich an die überlebenden Vergewaltigungsopfer des Täters. Heute Nacht könnten sie alle besser schlafen. "Er wird nicht durch das Fenster steigen. Er ist nun im Gefängnis und er ist erledigt", sagte Harrington.

Der Beweis liegt auf der Haut

Tätowierungen verraten oft nicht nur ihren Träger, sondern auch sein Umfeld. Ermittler haben immer bessere Methoden, dadurch Leichen und Täter zu identifizieren. Von Nadine Zeller mehr...