Internationale Pädophilen-Netzwerke "Mein Sohn ist geschädigt für den Rest seines Lebens"

In vielen Ländern sind durch den kanadischen Fall weitere Ermittlungen angestoßen worden, bei denen zum Teil schwerste Fälle sexueller Gewalt gegen Kinder eine Rolle spielten. Die Filme von Markus R. und anderen "Regisseuren", die sogenannte naturistische Videos drehten, fallen dagegen wohl nicht in die Kategorie eindeutiger Kinderpornografie, zumindest nicht in Deutschland. Die gefilmten Kinder müssen nun dennoch leben mit dem Wissen, dass sich rund um den Globus Männer an ihrem Anblick befriedigen. "Mein Sohn ist geschädigt für den Rest seines Lebens", sagte ein Vater dem Toronto Star.

Markus R. wurde in Rumänien zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. In einem Brief an eines der Opfer schrieb der heute 35-Jährige kurz nach seiner Festnahme: "Was ich getan habe, war sehr falsch. Ich habe Dich und andere benutzt, und keine Strafe kann heilen, was ich in Deinem Herzen zerstört habe."

Mittlerweile ist der Deutsche wieder auf freiem Fuß, er gibt sich geläutert. Ihn habe damals einfach das Geld gelockt, insgesamt habe er etwa 150 000 Euro mit seinen in Rumänien gedrehten Filmen verdient. "Es war viel Geld; und es war leider natürlich so, dass ich mich davon habe blenden lassen." So lautet seine offizielle Version, so erzählte er sie dem MDR.

Vlaviu, Loredan, Andrei - Kunden von Azov-Films kennen diese Namen

Es gibt aber auch eine andere Version, die in pädophilen Kreisen vermutlich lieber gehört wird. Ein auffällig intimer Kenner der Person Markus R. erzählt in einem Internetforum die angeblich "wahre Geschichte": Nicht Markus R. ist demnach in das Leben der rumänischen Jungen getreten, sondern umgekehrt sie in sein Leben. Zum Beispiel Alex, "ein kleiner Spross von neun Jahren, quicklebendig, abenteuerlustig und hungrig nach Liebe". Markus R. habe beschlossen, "das zu machen, was er am besten konnte, am meisten liebte und so sehr wollte: Er fing an, sich um Alex zu kümmern".

Und dieser Alex habe eben Freunde gehabt: Vlaviu, Loredan, Andrei, Vlad, Lucian und Jonut. Kunden von Azov-Films werden diese Namen sicherlich etwas sagen. Denn Markus R. habe sie alle gefilmt, angeblich "ohne jeglichen Hintergedanken". Irgendwann habe er die Filme dann im Internet angeboten, die Resonanz habe alle Vorstellungen übertroffen. Bedauerlicherweise sei alles irgendwann aufgeflogen und Markus R. verurteilt worden.

Der krude Internet-Artikel schließt mit einer Frage: Ob Markus R. das alles bereut? Man müsse ihn kennen, um zu verstehen, warum er das nie beantworten würde. Ganz für sich allein würde er jedoch feststellen: "Das Leben ist wunderschön!"

Für die Familien in Rumänien stellt sich das sicherlich etwas anders dar.