Hessen Tatverdächtiger nach Entführung von Milliardärssohn festgenommen

In diesem Wald bei Würzburg wurde der entführte Milliardärssohn gefunden.

(Foto: dpa)

Im Juni 2015 war der Sohns des Industriellen Reinhold Würth unter mysteriösen Umständen gekidnappt und kurz darauf an einem Baum gekettet aufgefunden worden.

Die Polizei hat am Mittwochmorgen in Offenbach den mutmaßlichen Entführer des Sohns des Milliardärs Reinhold Würth festgenommen. Der damals 50-Jährige war am 17. Juni 2015 in der Kleinstadt Schlitz in der Nähe von Fulda gekidnappt worden. Er lebte damals in einem Therapiezentrum für Menschen mit geistiger Behinderung.

Der Fall hatte damals aufgrund der mysteriösen Umstände Schlagzeilen gemacht. So soll der Entführer zwar ein Lösegeld in Millionenhöhe gefordert haben, zu einer Geldübergabe kam es aber nicht. Die Polizei startete damals eine öffentliche Fahndung. Für Hinweise wurde eine Belohnung von 30 000 Euro ausgesetzt. Einen Tag später fand die Polizei den Sohn, angekettet an einem Baum in einem Wald bei Würzburg. Er war unverletzt.

Ermittler analysierten daraufhin Tonbandaufnahmen des Täters und erstellten mithilfe seiner Handy-Daten ein Bewegungsbild. Dabei kam heraus, dass der Verdächtige am Tag der Entführung offenbar sein Handy-Guthaben in einem Supermarkt aufgeladen hatte - ganz in der Nähe der Stelle, wo der Sohn später gefunden wurde.

Die Ermittler gingen damals davon aus, dass der Entführer aus dem Grenzgebiet zwischen Serbien und Montenegro stammte und im Rhein-Main-Gebiet Deutsch gelernt habe. Auch über die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" wurde damals nach Hinweisen auf den Entführer gesucht. Nach der Sendung gingen rund 200 Hinweise ein. Der 48-jährige Verdächtige werde derzeit dem Haftrichter vorgeführt, hieß es von der Polizei.

Der auch als "Schraubenkönig" bekannte Reinhold Würth hatte in den 1950er Jahren den Betrieb seines Vaters mit Sitz in Künzelsau, nahe Stuttgart übernommen und baute ihn zu einem weltweit agierenden Unternehmen aus. 2006 übernahm seine Tochter den Vorsitz.