"Hells Angels" und "Bandidos" Ausgerockt

Die verfeindeten Rockerbanden "Hells Angels" und "Bandidos" haben ein Ende ihrer blutigen Kämpfe angekündigt - unmittelbar vor Beratungen der Innenminister über ein bundesweites Verbot.

Die verfeindeten Rockerbanden "Hells Angels" und "Bandidos" haben ein Ende ihrer blutigen Kämpfe angekündigt - unmittelbar vor Beratungen der Innenminister über ein bundesweites Verbot. Die Gruppierungen wollen heute ihren Friedensschluss demonstrativ und öffentlich in Hannover besiegeln. Dazu geben die Anführer der Rockerbanden bei dem Rechtsanwalt Götz von Fromberg eine Pressekonferenz.

Die verfeindeten Rockerclubs "Hells Angels" und "Bandidos" haben ein Ende ihrer blutigen Fehde angekündigt - unmittelbar vor Beratungen der Innenminister über ein bundesweites Verbot.

(Foto: dpa)

Das teilten dessen Kanzlei und die beiden Rockerclubs gestern mit.

Die Innenministerkonferenz berät am Donnerstag und Freitag in Hamburg über die Rockerkriminalität und die Chancen für das seit langem diskutierte Verbot. Ein Sprecher des Landeskriminalamtes in Hannover hält einen Zusammenhang zwischen dem erklärten Friedensschluss und möglichen Verbotsplanungen für möglich.

Rocker-Anwalt teilt Büro mit Altkanzler Schröder

Die Rockerbanden schrieben im Internet, nach mehr als zwei Monaten Vorbereitungszeit sei "ein Weg zu einer künftigen Koexistenz gefunden und der Konflikt zwischen beiden Clubs mit sofortiger Wirkung offiziell beendet". Rechtsanwalt von Fromberg, der eine Bürogemeinschaft mit Alt-Kanzler Gerhard Schröder hat, vertritt einen Anführer der "Hells Angels" schon länger.

Nach zahlreichen Medienberichten, die aus den Polizeiakten zitieren, gehören die "Hells Angels" in Hannover zu dem einflussreichsten Teil der Bande in Deutschland, sie kontrollieren das Rotlichtmilieu und andere Kriminalitätsbereiche in der Landeshauptstadt und sind gut vernetzt mit der örtlichen Geschäftswelt und Gesellschaft.

In Berlin und anderen Städten fielen Mitglieder der kriminellen Rockerbanden "Bandidos" und "Hells Angels" in letzter Zeit immer wieder mit gegenseitigen Überfällen und Angriffen auf.

Die verfeindeten Banden tragen brutale Revierkämpfe um Einfluss im Rotlichtmilieu und im Drogenhandel aus. Sie bedrohten aber auch Unbeteiligte und marschierten mehrfach in großen Gruppen und bewaffnet in Einkaufszentren auf.

Am Freitagabend konnte die Polizei nur mit dem demonstrativen Vorzeigen einer Maschinenpistole eine Gruppe von "Hells Angels" stoppen und einen Überfall auf eine andere Rockergruppe verhindern. Eine Machete, ein Baseballschläger und zahlreiche Messer wurden beschlagnahmt.

Rotlichtmilieu und Rauschgifthandel

Laut Polizei gibt es derzeit in Berlin 17 Rockerclubs mit 750 bis 800 Mitglieder. 2008 waren es noch 13 Clubs mit 650 Mitgliedern. Die Clubs seien in zahlreichen Kriminalitätsbereichen aktiv, sagte kürzlich Polizeipräsident Dieter Glietsch: Organisierte Kriminalität im Rotlichtmilieu, Raub, Erpressung, Rauschgifthandel, Körperverletzung, Brandstiftungen, bandenmäßige Hehlerei und unerlaubter Waffenbesitz.

Die Polizei leitete in den vergangenen fünf Jahren 789 Strafverfahren ein, es gab 432 Festnahmen und 105 Haftbefehle. Insgesamt 325 Jahre Freiheitsstrafe wurden verhängt. Die Polizei beschlagnahmte laut Glietsch 443 000 Euro Bargeld, Vermögen im Wert von 860 000 Euro und Rauschgift im Wert von mehr als einer Million Euro.

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