Havariertes Kreuzfahrtschiff Treibstoffleck löste Brand auf "Carnival Triumph" aus

Das Kreuzfahrtschiff Carnival Triumph nach seiner Ankunft im Hafen von Mobile.

(Foto: dpa)

Ohne funktionierende Toiletten und richtige Verpflegung mussten die mehr als 4000 Passagiere an Bord der manövrierunfähigen "Carnival Triumph" ausharren. Jetzt steht fest, was die Havarie im Golf von Mexiko auslöste: Eine kaputte Treibstoffleitung.

Vier Tage Spaß und Flucht aus dem Alltag versprach die Kreuzfahrt im Golf von Mexiko - und endete stattdessen in einer ausgedehnten Odyssee auf einem manövrierunfähigen Riesenschiff, ohne funktionierende Toiletten und Verpflegung. Jetzt ist klar, was die Havarie der Carnival Triumph auslöste: eine defekte Treibstoffleitung.

Das teilten die Ermittler der amerikanischen Küstenwache auf einer Pressekonferenz mit, wie US-Medien berichten. Eine mit einem der Schiffsmotoren verbundene Treibstoffleitung wurde demnach undicht. "Aus der Leitung floss Öl auf eine heiße Oberfläche, es fing an zu brennen", zitiert die New York Times eine Sprecherin. Da die Carnival Triumph unter der Flagge der Bahamas fährt, leiten die dortigen Behörden die Untersuchung der Havarie. Doch die Küstenwache und das US-Amt für Transportsicherheit ermitteln im Interesse der Vereinigten Staaten. Carnival Cruises, die größte Kreuzfahrtgesellschaft der Welt, hat ihren Sitz in Miami.

"Wir suchen nach dem Grund für das Feuer, ermitteln, warum das Schiff so lange manövrierunfähig war und untersuchen auch die Reaktion der Besatzung auf das Feuer", sagte die Sprecherin dem Miami Herald zufolge. Nach ersten Gesprächen mit Passagieren aus 33 Kabinen in allen Bereichen des Schiffes und 21 Crewmitgliedern deute jedoch alles auf eine angemessene Handhabung der Situation hin.

Zwar könnten die Untersuchungen an Bord der Triumph noch in dieser Woche abgeschlossen werden; bis die Ermittlungen endgültig beendet sind, soll es aber noch mindestens sechs Monate dauern. Bis dahin soll unter anderem geklärt werden, warum die Notfallsysteme des Kreuzfahrtschiffes ausfielen.

Fünf Tage lang mussten die 4229 Passagiere nach der Havarie an Bord der Carnival Triumph ausharren. Weil der Strom größtenteils ausgefallen war, funktionierten auch die meisten Sanitäranlagen nicht. Die Menschen ernährten sich von Süßigkeiten und Ketchup-Sandwiches. Am Donnerstag wurde der Ozeankreuzer in den Hafen von Mobile im US-Bundesstaat Alabama geschleppt.

Eine Sprecherin des Kreuzfahrt-Veranstalters teilte dem Miami Herald mit, dass das Schiff am 18. April wieder in See stechen solle. Bis dahin rechnet Carnival Cruises nach eigenen Angaben mit einem Verlust von bis zu 80 Millionen Dollar.