Hamburg Polizei fahndet nach flüchtigem Mörder

Ein verurteilter Mörder ist nicht von seinem Freigang zurückgekehrt - und soll in Hamburg eine Frau niedergestochen und lebensgefährlich verletzt haben. Die Polizei sucht nach dem Flüchtigen. Bislang fehlt noch jede Spur.

Schon im Februar kam er nicht von seinem Freigang ins Gefängnis zurück. Jetzt soll der Häftling aus dem westfälischen Werl in Hamburg eine Frau niedergestochen haben. Sie wurde lebensgefährlich verletzt. Die Polizei fahndet nach dem Flüchtigen - er soll sehr gefährlich sein.

In Hamburg gebe es bisher keine Spur von dem 42-Jährigen, sagte eine Polizeisprecherin. Die Behörde bittet jetzt auch die Öffentlichkeit um Hilfe bei der Suche nach dem Mann, warnt jedoch eindringlich davor, an den vermutlich Bewaffneten heranzutreten.

Der Flüchtige soll am Samstag ein Café im Hamburger Stadtteil Hohenfelde überfallen und dabei eine 56-Jährige niedergestochen haben. Die Frau liegt seit dem Überfall auf der Intensivstation.

Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Justizministeriums Ministeriums war der gesuchte 42-Jährige im Februar von einem genehmigten, unbegleiteten Ausgang nicht in das Gefängnis in Werl zurückgekehrt. Fast 20 Jahre hatte er hinter Gittern verbracht. Nach seinem ersten Freigang im vergangenen Dezember war er zurückgekommen.

Das Landgericht Wuppertal hatte den Mann 1993 wegen gemeinschaftlichen Mordes an einer Taxifahrerin zu lebenslanger Haft verurteilt. Mit einem Komplizen hatte er die 33-Jährige ausgeraubt und in die Wupper geworfen. Als die Frau dort laut zu schreien anfing, holten die beiden sie wieder aus dem Wasser, stachen ihr mehrmals mit einem Klappmesser in den Hals und warfen sie dann zurück in den Fluss. Dort ertrank die Schwerverletzte. Der Komplize, der zugestochen hatte, war zu zehn Jahren Jugendhaft verurteilt worden.

Für Spekulationen, dass der 42-Jährige auch für einen weiteren Überfall am Montag in Hamburg-Billstedt verantwortlich sein könnte, gebe es "überhaupt keinen Anhaltspunkt", sagte die Sprecherin. Ein Unbekannter hatte dort einen 33-Jährigen niedergestochen, der zuvor mehrere tausend Euro für den Kauf eines Autos abgehoben hatte. Das Opfer wurde lebensgefährlich verletzt.

Der 42-Jährige ist nach Polizeiangaben etwa 1,80 Meter groß und schlank. Er hat braune, kurze Haare, braune Augen und eine auffällige Zahnlücke. Nach Erkenntnissen der Ermittler hat er keine Verbindungen nach Hamburg.