Fall Susanna F. Mutmaßliches weiteres Opfer ist Deutsche

  • Die Angaben zur Staatsangehörigkeit eines mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers von Ali B. sind korrigiert worden.
  • Das elfjährige Mädchen sei kein Flüchtling, sondern Deutsche, sagte ein Sprecher der Wiesbadener Staatsanwaltschaft.
  • Währenddessen trauern die Mainzer um Susanna F. - und es wird demonstriert.

Im Zuge der Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Mörder von Susanna F. sind die Angaben zur Staatsangehörigkeit eines mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers von Ali B. korrigiert worden. Wiesbadens Polizeipräsident Stefan Müller hatte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz von einem Flüchtlingsmädchen aus der Unterkunft in Wiesbaden-Erbenheim gesprochen, in der auch Ali B. gewohnt hatte. Die Hinweise hätten sich aber nicht erhärten lassen und es habe keinen Grund für eine Inhaftierung gegeben.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft korrigierte nun die Angaben. Es handle sich um eine Deutsche. Demnach war der Fall erst im Mai bekanntgeworden. Der Hinweis sei nicht von dem Mädchen selbst, sondern von ihren Eltern gekommen. "Die Geschichte krankt bisher daran, dass wir keine Aussage von ihr haben, weil sie keine Angaben macht." Das erschwere die Aufarbeitung massiv. Die Voraussetzungen für einen Haftbefehl für Ali B. seien nicht vorhanden gewesen. Den Polizeipräsidenten nahm der Sprecher in Schutz. Mit Sicherheit habe es sich bei seiner Aussage nicht um Bosheit oder einen Trick gehandelt. "Das würde keinen Sinn machen."

Währenddessen setzten etwa 150 Menschen in Mainz mit stillem Gedenken ein Zeichen der Trauer und des Miteinanders. Bürger, Gewerkschafter, Kirchen und Politiker sowie Mitschüler von Susanna F. versammelten sich in der Innenstadt und zündeten Kerzen an. "Diese Tat ist so brutal und unmenschlich, dass uns der Atem stockt", sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD). Es gehe darum, zusammenzustehen und nicht den Rechtsstaat infrage zu stellen. Es seien auch Dinge schief gelaufen: "Wie kann jemand in einem Land sein, wenn es mutmaßlich Vorstrafen gibt? Wie kann eine Ausreise so leicht gelingen?"

In unmittelbarer Nähe protestierten etwa 35 Menschen des Bündnisses "Kandel ist überall" mit einer Mahnwache gegen illegale Einwanderung. "Wir brauchen unbedingt geeignete Maßnahmen, die solche Vorfälle verhindern", sagte AfD-Politikerin und Mitorganisatorin Christiane Christen. "Da muss man an den Grund gehen. Der Grund ist illegale Grenzöffnung." Die Gruppierung "Kandel ist überall" wird dem rechtspopulistischen Spektrum zugerechnet. Sie demonstrierte nach dem gewaltsamen Tod der 15-jährigen Mia in Kandel schon mehrfach in der pfälzischen Stadt.