Bordellbetreiber verurteilt Haft für Zuhälter der eigenen Tochter

Er schickte die eigene Tochter auf den Strich und ging mit ihr in Swingerclubs: Ein früherer Bordellchef ist wegen Menschenhandels zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

Ein früherer Berliner Bordellchef hat seine eigene Tochter auf den Strich geschickt - am Donnerstag ist er wegen schweren Menschenhandels zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Berliner Landgericht sprach der inzwischen 19-jährigen Frau Entschädigung in Höhe von rund 14.000 Euro zu. Nach Überzeugung der Strafkammer hatte der Angeklagte seine Tochter angewiesen, sich zu prostituieren.

Außerdem habe der Mann mit seiner damals minderjährigen Tochter mehrfach Swingerclubs besucht und zugeschaut, wenn es zu Misshandlungen bei sexuellen Kontakten zwischen dem Mädchen und Besuchern kam.

Das Gericht folgte den Angaben der Tochter, wonach der Angeklagte das Mädchen zu sexuellen Kontakten in verschiedenen Swinger-Clubs ermuntert habe. Die Schülerin wurde an ein Kreuz gebunden und vor den Augen des Angeklagten ausgepeitscht.

Ein anderes Mal sei heißes Wachs auf den Körper des Teenagers gegossen worden. Der ehemalige Bordellchef habe auch zugeschaut, als die Tochter mit einer 15-jährigen Freundin Sex mit mehreren Mitgliedern einer Fußballmannschaft gehabt habe.

Der Angeklagte war bekannt im Berliner Rotlichtmilieu. Die Vorwürfe der Anklage wies der inzwischen 65-Jährige in dem seit Februar laufenden Verfahren als "bösartig" zurück. Seiner Version zufolge vergötterte das Mädchen ihn, seit es nach Heimaufenthalten seit 2005 bei ihm lebte. Die inzwischen mit ihm verfeindete Tochter habe sich rächen wollen, behauptete er.