Attentat auf Boston-Marathon Tamerlan Zarnajew starb an Schussverletzungen und Quetschungen

Laut Obduktionsbericht erlag der mutmaßliche Drahtzieher des Boston-Anschlags Schuss- und Aufprallverletzungen. Tamerlan Zarnajew war bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei ums Leben gekommen. Die Suche nach einer Grabstätte gestaltet sich als schwierig.

Der mutmaßliche Boston-Attentäter Tamerlan Zarnajew starb an Schuss- und Aufprallverletzungen. Das geht nach einem Bericht der Zeitung Boston Globe aus dem ihr vorliegenden Bericht der Gerichtsmedizin hervor. Demnach erlitt der 26-Jährige bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei mehrere Schusswunden an Rumpf und Gliedmaßen sowie Traumata an Kopf und Körper. Vier Tage nach den Anschlägen auf den Boston-Marathon sei Zarnajew am 19. April frühmorgens um 1.35 Uhr für tot erklärt worden. Aus der Sterbeurkunde gehe auch hervor, dass er von der Polizei erschossen und von einem Auto überfahren und mitgerissen worden sei.

Während der 26-Jährige bei der Verfolgungsjagd getötet wurde, konnte sein sieben Jahre jüngerer Bruder Dschochar Zarnajew zunächst schwer verletzt entkommen. Im Getümmel der Flucht soll er seinen am Boden liegenden Bruder nach Polizeiangaben mit einem zuvor entführten Wagen überfahren haben. Wenige Stunden später wurde der 19-Jährige entdeckt und festgenommen.

Unterdessen gestaltete sich die Suche nach einem letzten Ruheort für ihn schwierig. Ein mit der Beisetzung beauftragter Bestatter in Massachusetts erklärte, bislang habe kein Friedhof den Leichnam des mutmaßlichen Attentäters aufnehmen wollen.

Die Brüder werden für den Bombenanschlag vom 15. April beim Marathonlauf in der US-Küstenstadt Boston mit drei Todesopfern und mehr als 260 Verletzten verantwortlich gemacht. Die Brüder stammen aus einer muslimischen Familie aus Tschetschenien, lebten jedoch seit Jahren in den USA.

Nach den Bombenanschlägen von Boston wollen die USA laut Medienberichten Visabestimmungen für Studenten verschärfen. Es gehe darum, dass Pass- und Zollbeamte schneller Informationen über einreisende ausländische Studenten erhalten, berichtete der TV-Sender NBC am Freitag. Offizielle Informationen lagen zunächst nicht vor.