Asiana-Absturz in San Francisco TV-Sender fällt auf rassistischen Scherz rein

Bei der Untersuchung des Asiana-Absturzes geraten auch die Piloten unter Verdacht. Ein TV-Sender in Kalifornien nennt ihre Namen - wird aber Opfer eines rassistischen Scherzes à la Bart Simpson. Eine tragende Rolle spielt ein Praktikant der Behörde für Transportsicherheit.

Von Jakob Schulz

Die Bruchlandung von Asiana Flug 214 auf dem Flughafen von San Francisco ist in diesen Tagen Thema Nummer eins in Kalifornien. Die lokale Presse ist im Dauereinsatz, so auch der kalifornische Sender KTVU. Am Freitagmittag berichtet Moderatorin Tori Campbell, dass nun die Namen der koreanischen Piloten bekannt geworden seien.

"Captain Sum Ting Wong, Wi Tu Lo, Ho Lee Fuk, Bang Ding Ow" lesen die Zuschauer auf dem Bildschirm, links im Bild zu sehen ist ein Foto der ausgebrannten Maschine. Als die Moderation die Namen auch noch vorliest, dürften vielen Zuschauern erste Zweifel kommen. Ausgesprochen ähneln die angeblichen Namen nämlich dem Unglückshergang: "Something wrong, we too low, holy fuck, bang ding ow", auf deutsch so viel wie "etwas läuft schief, wir fliegen zu tief, heilige Scheiße, bumm, krach, aua."

Empörung über rassistischen Witz

So erinnert die KTVU-Meldung plötzlich an die Witze der Zeichentrickfigur Bart Simpson. In der Serie "Die Simpsons" ruft Bart häufig bei Kneipier Moe an und verlangt, etwa mit einem gewissen "Al Coholic" verbunden zu werden. Daraufhin fragt Moe in die Runde, ob ein Alcoholic (Alkoholiker) anwesend sei.

Schnell macht die kuriose KTVU-Meldung in den USA die Runde, viele Menschen reagieren empört auf den in ihren Augen rassistischen Witz. Doch schon als Moderatorin Campbell die angeblichen Namen das erste Mal erwähnt, beruft sie sich auf die Nationale Behörde für Transportsicherheit (NTSB). Diese habe die Namen der koreanischen Piloten bestätigt.

Was ist passiert? Wie KTVU in einer Mitteilung nur kurze Zeit später klarstellt, habe der Sender zwar bei der Behörde angefragt, dabei aber entscheidende Fehler gemacht. Erstens habe niemand die angeblichen Namen laut ausgesprochen. Zweitens habe der Sender während des Telefonats mit der Behörde nie nach der Position des Mitarbeiters am Telefon gefragt.

Noch am Freitag reagiert die Transportsicherheitsbehörde. In einer Mitteilung entschuldigt sie sich für die "falschen und beleidigenden" Namen, deren Korrektheit sie bestätigt hat. Demnach habe ein Praktikant die Anfrage von KTVU beantwortet und dabei nicht nur fälschlicherweise die fragwürdigen Namen bestätigt, sondern auch seine Befugnisse überschritten.

Ein folgenschwerer Fehler. Gleich nach der vermeintlichen Verifizierung erreichen die vier Namen die Moderatoren von KTVU und der Eklat nimmt seinen Lauf. Wie die Redaktion aber überhaupt auf die vier falschen Namen kam, sagt sie nicht - nicht einmal in ihrer Entschuldigung.